Apple iPad: eine erste Bilanz

  

» Von Klaus Zellweger, 29.01.2010 08:53. Letztes Update, 29.01.2010 08:54.


iPad vs. Netbooks
Kaum jemand kauft ein Netbook für die tägliche Arbeit, sondern eher, um im Sofa oder unterwegs ein wenig zu surfen, E-Mails zu lesen oder zu spielen. Das sind exakt die Kernkompetenzen des iPads, nur hübscher und besser verpackt. Beispiele? Keine Treiberkonflikte. Keine instabilen System-Updates. Keine Viren, keine Malware und keine Abstürze. Dafür vom ersten Tag an Zigtausend Spiele und Anwendungen für alle Gelegenheiten - ein Grossteil davon ist gratis oder für einen symbolischen Betrag zu haben. Und wer bereits für sein iPhone Apps gekauft hat, transferiert diese ohne Kosten auf das iPad.

Alles voll Porno!
Das bringt uns nahtlos zum nächsten Thema. Früher schenkte die Pornoindustrie diesem oder jenem Medium ihre Gunst und entschied damit massgeblich mit, was Top und was Flop war. Heute sind es unter anderem die Spielehersteller, die den Kaufreflex auslösen. Zum Verkaufsstart werden Tausende von Spielen aus allen Kategorien zur Auswahl stehen. Einige werden einfach grösser als auf dem iPhone dargestellt - aber fast alle wichtigen Titel werden bis dann an den grösseren Bildschirm angepasst sein.

Apple, wie konntest Du nur!
Das iPad kommt ohne Kamera - und diese Kröte ist nicht leicht zu schlucken. Natürlich wäre ein Videochat mit der Liebsten eine feine Sache gewesen. Noch schwerer wiegt aber der Mangel, dass es keine Kamera auf der Rückseite gibt. Man stelle sich vor: Das iPad schreit förmlich nach vertikalen Software-Lösungen - also nach spezialisierten Programmen, wie sie etwa in Spitälern, bei Versicherungen oder wo auch immer zum Einsatz kommen.

Beispiele: Bei der Einlieferung ins Spital wird der Patient fotografiert, damit Ärzte und Pfleger immer wissen, dass sie bei der Dateneingabe von der richtigen Person sprechen. Wo bleibt die Kamera? Später konsultiert der Arzt den Patienten mit dem iPad in der Hand und möchte den Verlauf der Wundheilung dokumentieren. Und wieder: Wo bleibt die Kamera? Der Schadensexperte der Versicherung steht in der Werkstatt und möchte mit dem iPad in der Hand den Schaden protokollieren. Es fehlt dazu - natürlich - die Kamera. Apple kauft diese Fotomodule für das iPhone, die Macs und den iPod Nano palettenweise ein, wahrscheinlich zu einem Preis von 2 Dollar pro Stück. Aber für das iPad hat es aus unerklärlichen Gründen nicht gereicht.

Fazit
Das iPad wird den Erfolg des iPhones oder der iPods wahrscheinlich nicht überbieten können, aber das wäre auch viel verlangt. Hingegen wird es zweifellos zu einem Erfolg werden. Die Verlage und die Filmindustrie werden sich darauf stürzen und interessante Inhalte anbieten. Vor allem aber werden unzählige Spielehersteller just in diesem Moment alles stehen und liegen lassen und für das iPad neue Games entwickeln. Das iPad wird uns ausgezeichnet unterhalten - und das ist doch schon einiges.

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