7 Schritte zu Unified Communications
Einen Königsweg für die Einführung
einer intelligenten UC-Lösung gibt es nicht. Die Einstiegsszenarien sind so
unterschiedlich wie die Unternehmen
und ihre Mitarbeiter. Unser Rat: Egal
welchen Weg Sie nehmen, gehen Sie Schritt für Schritt vor.

» Von , 31.03.2010 06:00.
Alexander Fürst ist Managing Director von Avaya Switzerland
Weil jedes Unternehmen von unterschiedlichen Anforderungen und einer anderen technischen Infrastruktur geprägt ist, steht am Anfang eines jeden UC-Projekts eine umfassende Bestandsaufnahme des Kommunikationsverhaltens. Es gilt, jene Geschäftsprozesse zu identifizieren, die durch ineffiziente Kommunikation gebremst oder blockiert werden. Unified Communications (UC) muss dabei nicht zwangsläufig in einem einzigen grossen Projekt umgesetzt werden. Setzen Sie nur das um, was Ihr Unternehmen wirklich braucht und beginnen Sie mit dem naheliegendsten.
1. Mobile Mitarbeiter einbinden
Die Einbindung mobiler Mitarbeiter steigert die Produktivität und Reaktionsgeschwindigkeit im gesamten Unternehmen. Die Mitarbeiter sollten dazu über eine Telefonnummer erreichbar sein, über die auch Dienste wie Fax, Sprachnachrichten und Video laufen. Alle Nachrichten landen in nur einer Mailbox und können direkt zur Bearbeitung weitergeleitet werden.
Eine UC-Client-Software auf dem PC wickelt die Gespräche mittels VoIP ab. Darüber stehen auch Dienste wie ein einheitlicher Rufnummernplan über alle Unternehmensstandorte, Least Cost Routing, Anrufverfolgung (Tracking) und ein zentrales Management zur Optimierung der Prozesse und Kosten zur Verfügung. Alle eingehenden und abgehenden Gespräche, einschliesslich Handy, werden über die zentrale Kommunikationslösung geführt. Über Client-Software für mobile Endgeräte steuern die Benutzer ihre Kommunikation standortunabhängig, auch wenn sie gerade offline sind. Im Büro aber auch unterwegs können Anwender während des Gesprächs zwischen Tischtelefon und Handy wechseln und vorhandene WLAN- oder DECT-Netze nutzen, während sie auf dem Firmengelände unterwegs sind.
2. Telefonie mit dem PC ermöglichen
Zwar ist der Client am Laptop kein vollständiger Ersatz für das Tischtelefon, aber er vereinfacht die mobile Kommunikation. Die «Softphones» haben sich mittlerweile zu robusten UC-Clients weiterentwickelt. Funktionen wie Präsenzanzeige, Verzeichnisse, Journale und Anwendungen wie Sprachnachrichten, Konferenzen und Video-Telefonie stehen auf Mausklick zur Verfügung. IT-Abteilungen, die keine zusätzliche Client-Software verwalten möchten, können alternativ auf ein Webbasiertes Modell zurückgreifen.
Wichtig ist, dass sich das UC-System in die bestehende Infrastruktur, etwa in Microsoft Office Communicator, IBM Lotus Sametime oder Instant Messaging Clients, integrieren lässt. Dann sind Click-to-Call, Telefonie-basierte Präsenz, Instant Messaging, E-Mail und Collaborations-Anwendungen direkt aus einer Benutzeroberfläche heraus möglich.
3. IT-Applikationen am Telefon verfügbar machen
Wenn ein Unternehmen eine Strategie für Unified Communications ausarbeitet, sollte der Stellenwert des Geschäftstelefons ganz besonders berücksichtigt werden. Meistens ergeben sich für die mobilen Geräte spezielle Anforderungen für Anwendungen oder Situationen, in denen kein PC zur Verfügung steht. Beispiele dafür sind:
- Anzeige für Statusmeldungen von Key Performance Indicators (KPIs) in Echtzeit, die dem Nutzer jederzeit zur Verfügung stehen müssen
- Zugriff auf ein Unternehmensverzeichnis via LDAP-Protokoll
- Informationszugang auf Intranet oder Internet einschliesslich RSS-Feeds
- Zugriff auf E-Mail, Kalender und Kontakte
- Erinnerungen an Besprechungen und einfache Konferenzeinwahl mittels einer Taste
Auch bietet sich der Einsatz von branchenspezifischen Anwendungen an. So ist in der Hotellerie etwa der Zimmerserviceruf in Hotels interessant. Bei Schulungen und in der Weiterbildung könnte eine Übersicht der Teilnehmerlisten auf dem mobilen Telefon relevant sein. Spitäler und Arztpraxen dagegen wissen die direkte Kontaktaufnahme zu Ärzten und Pflegepersonal zu schätzen, während in der Bankenbranche der Zugriff auf Aktien- und Währungskurse in Echtzeit ein Wettbewerbsvorteil sein kann.
4. Unified Messaging im Unternehmen etablieren
Unified Messaging konsolidiert die vorhandenen Ablagesysteme und Geräte für Sprachnachrichten, Faxe und E-Mails medienunabhängig im vorhandenen Groupware-System. Ressourcen werden so deutlich optimiert, während die Verfügbarkeit im Groupware-System eine einfache elektronische Weiterverarbeitung und Archivierung möglich macht. Zusätzlich zum Zugang zu Sprachnachrichten über den E-Mail-Client wandelt Speech-to-Text Sprachnachrichten in Text um und verteilt sie an eine definierte E-MailAdresse. Die vorhandene Microsoft-Exchange- oder IBM-Lotus-Domino-Umgebung bietet sich als Nachrichtenspeicher für Sprachnachrichten und Faxe an. Alternativ kann über Microsoft Outlook, IBM Lotus Notes oder einen IMAP4-kompatiblen E-Mail-Client einheitlich auf Sprachnachrichten und Mails zugegriffen werden, die separat in unterschiedlichen Servern gespeichert sind.
Die Integrationsmöglichkeit in eine Vielzahl von TK-Anlagen und Kommunikationsservern mittels IP oder ISDN erlaubt jeder Organisation den Umstieg Richtung Unified Communications. Avaya Modular Messaging unterstützt zum Beispiel auch ältere Versionen der Groupware-Systeme wie Exchange 2000, 2003, oder 2007 und Domino 6.5, 7.X, 8.X, wodurch auch die Integration in vorhandene Infrastrukturen keine Probleme macht. Die UC-Lösung ist mit einer Vielzahl von E-Mail-Versionen und TK-Anlagen anderer Hersteller kompatibel.







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