Internet of Things: Vom Hype zum Innovationsschub

Einen Mehrwert von bis zu 1100 Milliarden Dollar prognostiziert McKinsey der Weltwirtschaft in den kommenden zehn Jahren dank dem Internet der Dinge. In einer umfassenden Studie zeigen die Analysten, wie und wo dieser Mehrwert entstehen könnte.

» Von Patrick Bizzarri , 05.08.2015 16:00.

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Mit dem Internet der Dinge («Internet of Things, IoT») soll der nächste grosse Innovationsschub einsetzen. Unter dem Begriff ist die Vernetzung von Menschen mit Dingen - oder von Dingen mit anderen Dingen (M2M) – zu verstehen. Selbstlenkende Autos und Drohnen, Fitness-Tracker und per App steuerbare Glühbirnen oder Backöfen zeigen, wohin die Entwicklung geht: Ähnlich wie bei der industriellen Revolution im vorigen Jahrhundert dreht sich dabei alles um gesteigerte Effizienz und zusätzlichen Komfort.

Analysten vom McKinsey Global Institute befinden in ihrer Studie «The Internet of Things: Mapping the Value beyond the Hype», dass sich durch das Mischen von physischen und digitalen Welten erhebliches Potential für Konsumenten und Unternehmen bietet. So sehen die Experten bis zum Jahr 2025 einen weltweiten wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 1100 Milliarden Dollar, den das Internet der Dinge generieren könnte. Das entspräche mehr als einem Zehntel der von der Weltbank berechneten Weltwirtschaftsleistung. Unternehmen wie IBM oder Swisscom investieren bereits Milliarden.

IoT braucht Big Data 

Derzeit bringt das «IoT» vorwiegend Neuerungen für Konsumenten. Das grösste Potential besteht laut Studie aber in Business-Anwendungen für die «Industrie 4.0». Die Digitalisierung und Vernetzung entlang der Wertschöpfungsketten sei eng verknüpft mit zusätzlichem Nutzen von Big Data. Heute würden gemäss McKinsey weniger als ein Prozent vorhandener Daten verwendet. Zudem werden diese Daten dann meist zur Echtzeitüberwachung und Störungsanalyse eingesetzt.

Ein wesentlich grösserer Mehrwert entstehe durch Optimierung und sinnvoller Vorausplanung bestehender Arbeitsabläufe. Dazu wird der Rohstoffgigant Rio Tinto genannt, der seine riesigen Lastwagen durch integrierte Sensonren bereits fernsteuert. Und der Autozulieferer Wurth hat ein System namens «ibins» entwickelt: Dieses nutzt intelligente Kameratechnik, um den Füllstand der Kunden-Lager zu überwachen und bei Bedarf automatisch Lieferungen auszulösen.

Technologische und regulatorische Entwicklung gefragt

Fast 300 «IoT»-Anwendungen wurden unter die Lupe genommen. Dabei sehen die Forscher den Erfolg neben dem sinnvollen Einsatz von «Big Data» eng verbunden mit der technologischen Entwicklung, die für ein erfolgreiches Implementieren des Internets der Dinge zentral sein wird. Google-Glass oder vergleichbare Produkte werden laut Studie in zehn Jahren mit 200 bis 300 US-Dollar einen Preis erreichen, der einen Einsatz in Fabriken lohnend macht. So könnten Mitarbeiter einfach geschult oder bei der Wartung komplexer Maschinen kostengünstig unterstützt werden.

Das Gesundheitswesen und der öffentliche Verkehr sind für die Experten von McKinsey anschauliche Beispiel dafür, wie sich neben technischen Voraussetzungen auch die gesetzlichen Bedingungen wandeln müssen. Verbesserungen der Sicherheit, die Gewährleistung der Privatsphäre, Schutz des geistigen Eigentums und Zuordnung der Datenhoheit sind gemäss der Studie die wichtigsten Bedingungen, damit das Internet der Dinge in naher Zukunft unser Leben durchdringen kann.

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