FinTechs kaum Gefahr für Schweizer Banken

» Von Mark Schröder , 12.07.2017 15:30.

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Die wenigen Schweizer Nutzer von FinTech-Lösungen verwenden die Produkte hauptsächlich wegen der Verfügbarkeit rund um die Uhr. Die einfache Kontoeröffnung ist das zweitbeste Argument für die User, gefolgt von den tieferen Gebühren. Für Konsumenten jenseits der Grenzen ist die komfortable Kontoeröffnung der wichtigste Grund. An zweiter Stelle steht der Zugriff auf ergänzende Angebote und erst an dritter die permanente Verfügbarkeit.

In der Schweiz sind FinTech-Apps fürs Bezahlen und Geldtransfers (52 Prozent) heute am beliebtesten. 28 Prozent haben bereits Versicherungsdienstleistungen wie Online-Prämienvergleiche verwendet oder geben via Smartphone Gesundheitsdaten an die Krankenkasse weiter. In diesen beiden Kategorien liegt die Schweiz jeweils wenige Prozent über dem Durchschnitt aller Länder.

Zurückhaltender sind die Schweizer bei Tools zum Investieren wie Crowdfunding oder Apps zum Aktienkauf (10 Prozent, global: 20 Prozent). Auch Onlinedienste zur Budgetplanung haben kaum User (4/10 Prozent). Fast gar nicht genutzt werden in der Schweiz Online-Services für das Peer-to-Peer-Lending (2/10 Prozent).

Banken setzen aufs richtige Pferd

Die besten Zukunftsaussichten haben in der Schweiz diejenigen FinTechs, die sich in den Bereichen Zahlungen, Versicherungen und Anlegen spezialisiert haben. Schwieriger haben es Anbieter von Geldverleih-Apps und Finanzplanungsdiensten, ergab die Umfrage. Mit dieser Einschätzung sind die Schweizer allerdings nicht allein. Auch global werden Payment-Apps die besten Chancen eingeräumt und den Finanz-Managern die geringsten.

Schweizer Banken setzen offenbar aktuell auf die richtigen Anwendungen, wenn sie die Payment-Lösung Twint massiv promoten. Laut Olaf Toepfer, Managing Partner Banking & Capital Markets bei EY Schweiz, gibt es für die etablierten Finanzinstitute aber keinen Grund, sich zurückzulehnen. Er geht von wachsender Konkurrenz aus, je mehr sich FinTech-Angebote im täglichen Leben der Menschen etablieren. Jedoch weiss Toepfer aus Erfahrung auch, dass der persönliche Kontakt zwischen Kunde und Bank weiterhin ein wesentliches Element der Vertrauensbildung ist. «Die Verknüpfung personalisierter digitaler Zugänge mit persönlichen Kontaktpunkten wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil», sagt er.

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