Fachkräftemangel: viele Ausländer würden gerne in der Schweiz arbeiten

Die Schweiz fungiert weltweit unter den Top-5-Wunschdestinationen für ausländische Arbeitnehmer. Besonders Ingenieure, Einkäufer und ITler wollen hierhin kommen.

» Von Fabian Vogt , 24.11.2014 12:00.

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Praktisch jedes Land kennt derzeit einen Fachkräftemangel, besonders im MINT-Bereich. Die Schweiz scheint aber in der privilegierten Situation zu sein, anderern Ländern die gut ausgebildeten Leute wegschnappen zu können. Sie ist gemäss der Studie «Decoding Global Talent», für die rund 200 000 Berufstätige in 190 Ländern befragt wurden, das fünftbeliebteste Land für ausländische Arbeitskräfte. Vor der Schweiz liegen USA, Grossbritannien, Kanada und Deutschland.

Während aber noch etwas mehr Ausländer nach Deutschland wollen, kommen die Deutschen am Liebsten zu uns. Die Schweiz gilt dort als Nummer 1 unter den präferierten Auslanddestinationen. 37 Prozent der deutschen Arbeitnehmer könnten sich vorstellen, für eine neue Herausforderung in die Schweiz zu ziehen. Sowohl in Österreich (36 Prozent) wie auch in Italien (46 Prozent) rangiert die Schweiz auf Platz zwei. In Frankreich erzielt die Schweiz ebenfalls noch einen Podestplatz: Hinter den USA und Kanada befindet sie sich auf Rang drei (59 Prozent). Ebenfalls in den Top 3 ist die Schweiz in Weissrussland und Portugal.

Mit rund 45 Prozent sind es vor allem junge Menschen zwischen 21 und 34 Jahren, die gerne in der Schweiz arbeiten möchten. Dabei handelt es sich vorwiegend um spezialisierte Fachkräfte (27 Prozent) und Angestellte aus dem unteren und mittleren Management (je 21 Prozent). Diese sind oft sehr gut ausgebildet. 35 Prozent von ihnen haben einen Bachelorabschluss, 29 Prozent einen Masterstudiengang absolviert und 3 Prozent einen Doktortitel erlangt. Weitere 14 Prozent haben im Laufe ihrer Karriere Weiterbildungen besucht. Bezüglich Geschlecht zeigen sich die Männer als mobiler: 63 Prozent der Arbeitnehmer, die sich vorstellen könnten, in der Schweiz zu arbeiten, sind Männer, 37 Prozent Frauen.

Techniker zieht es in die Schweiz

Vor allem Arbeitgeber im technischen Bereich dürfen sich über zuwanderungswillige Fachkräfte freuen

Die spezialisierten Fachkräfte lassen sich durch die ebenfalls abgefragten aktuellen Tätigkeitsbereiche genauer eruieren. Diese Berufsgruppen wollen am häufigsten in der Schweiz arbeiten:

  • 11 Prozent arbeiten im Ingenieurwesen oder in anderen technischen Berufen,
  • 11 Prozent sind im Ver- und Einkauf tätig,
  • 9 Prozent sind in der IT- und Telekommunikationsbranche beschäftigt, 
  • je 7 Prozent arbeiten im General Management und im Bereich Finanzen/Administration/Revision.

Viele Arbeitnehmer könnten sich einen längeren Aufenthalt in der Schweiz vorstellen. Geht es um die gewünschte Aufenthaltsdauer, so sind 36 Prozent gewillt, für berufliche Zwecke über zehn Jahre in der Schweiz zu leben. 21 Prozent stellen sich vor, fünf bis zehn Jahre zu bleiben, während 30 Prozent einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren für ihren Aufenthalt in der Schweiz in Betracht ziehen.

Die Studie wurde von der Boston Consulting Group in Zusammenarbeit mit «The Network», einer Allianz von Stellenmärkten, durchgeführt. In der Schweiz waren jobs.ch und jobup.ch für die Umfrage verantwortlich.

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KOMMENTARE

B. üezer: 26-11-14 08:19

welcher Fachkräftemangel? Der, der allenfalls auf der fehlenden Bereitschaft gründet, selber Personal aus- oder weiterzubilden?

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