Cluster machen Unternehmen erfolgreicher

Immer schneller, immer globaler, immer komplexer – die Innovations- und Produktzyklen beschleunigen sich kontinuierlich. Der beste Weg mitzuhalten: Enger Wissensaustausch innerhalb eines Clusters. Dies ist das Ergebnis einer Studie der ETH Zürich.

» Von Inken De Wit, ETH News, 27.07.2015 15:25.

weitere Artikel

Bildergalerie

Warum sind Firmen in einem Cluster innovativer? Und was macht einen Cluster besonders erfolgreich? Diesen Fragen sind Professor Georg von Krogh, Professor für Strategisches Management und Innovation der ETH Zürich, und Nina Geilinger, Doktorandin an derselben Professur, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Bereich Standortförderung, nachgegangen. Dazu haben sie Cluster in den Bereichen Biotech, Cleantech und ICT (Informations- und Kommunikationstechnologie) im Kanton Zürich untersucht.

ETH-News: Innovation ist für alle Unternehmen wichtig. Weshalb haben Sie die Branchen Biotech, Cleantech und ICT ausgewählt?

Von Krogh: Die Geschwindigkeit und Verbreitung technologischer Innovationen hat sich deutlich erhöht – ganz besonders in wissensintensiven Bereichen wie Biotech, Cleantech oder ICT. Brauchte zum Beispiel das Auto noch 84 Jahre, bis etwa 50 Prozent der Bevölkerung in den USA eines besass, hatte innerhalb von nur zehn Jahren die Hälfte einen Internetzugang. Diese Entwicklung bedeutet für technologieintensive Unternehmen, dass sie immer schneller neue Produkte kreieren müssen – und das mit Blick auf den weltweiten Markt und Wettbewerb. Konzerne wie Apple oder IBM treiben diese Entwicklung an, aber auch kleine Firmen und Gründer irgendwo auf der Welt können plötzlich mit einer innovativen Idee den Markt radikal verändern. 

Welche Rolle spielen Cluster dabei?

Von Krogh: Kenntnisse aus einem beschränkten Wissensbereich reichen oft nicht aus, um in technologieintensiven Branchen ein neues Produkt zu entwickeln. Ein Cluster ermöglicht den schnellen und direkten Austausch von Wissen. Eine gute lokale Vernetzung trägt dazu bei, global zu bestehen.

Geilinger: Vor allem im High-Tech-Bereich entstehen Cluster häufig durch Startup-Aktivitäten aus Hochschulen und sind darum um diese herum konzentriert. In Clustern kennen sich die Mitarbeitenden verschiedener Unternehmen entweder persönlich, von früheren gemeinsamen Arbeitgebern oder aus dem Studium. Man trifft sich spontan in ungezwungener Atmosphäre und tauscht Erfahrungen oder noch unausgereifte Ideen aus, was auf einer globalen Kontaktebene seltener passiert. Genau dort liegt der wertvollste Austausch im Cluster.

Nächste Seite: So funktionieren Cluster

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.