Bis zur Digitalen Schweiz ist es noch ein weiter Weg

» Von Mark Schröder (mit Material von sda), 25.05.2016 14:52.

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Für die Zukunft der digitalen Schweiz ortete Professor Tucci grosses Potenzial in der Finanzindustrie. «Der Finanzplatz Schweiz ist weltweit führend. Damit könnte das Land auch eine führende Rolle bei den Fintechs einnehmen», sagte er. Dem entgegen stünden die Rahmenbedingungen für Start-ups. Die Gründer würden durch ungünstige Steuergesetze der Kantone und durch Lücken bei den Finanzierungsmöglichkeiten gebremst. Insbesondere der Kanton Zürich ist wegen seiner geänderten Besteuerungspraxis von Start-ups unlängst in die Schlagzeilen geraten. Nationalrat Fathi Derder doppelte nach, dass es auch im Kanton Waadt keine optimalen Bedingungen für Gründer gebe. 

Auch bei den Datenzentren könne sich die Schweiz international als Standort positionieren. Bei der Serversicherheit rangiere sie im Moment unter den Top drei. Hier profitiere die Schweiz vom Datenschutz und ihrer Vertrauenswürdigkeit. Sunnie Groeneveld, Geschäftsführerin der Initiative Digital Zurich 2025 kennt nach Studien unter anderem in den USA die starke Position ihres Heimatlandes. «Die Welt vertraut der Schweiz. Aber vertrauen wir uns selbst?», fragte sie in die Runde. Für Swisscom-CEO Schaeppi widerspräche die allgemeine Skepsis beim Datenschutz der gleichzeitig intensiven Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook.

Grossen Nachholbedarf identifiziert die Studie bei der Nutzung von Online-Diensten der öffentlichen Verwaltungen. Im internationalen Vergleich hinke die Schweiz bei der Digitalisierung hinterher. Das e-Government und die Beteiligung der Bürger am politischen Prozess per Internet sei hierzulande noch zu schwach ausgeprägt. Professor Tucci riet den Behörden, mithilfe von Computertechnologie die Effizienz zu erhöhen. Durch die Bereitstellung von Open Government Data könnten ausserdem neue Geschäftsmodelle entstehen, die die Ämter entlasten könnten.

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