Worauf Anwender beim Software-Kauf achten

Eine Studie von Topsoft und «focus on future» zeigt auf, weshalb sich Anwender für eine bestimmte Business-Software entscheiden – oder eben nicht.

» Von Janis Berneker , 23.09.2014 13:43.

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Das Einführen einer neuen Business-Software ist für jedes Unternehmen eine Herausforderung. Das fängt bereits beim Auswahlprozess an. Aus Hunderten Anbietern den richtigen Partner zu finden, ist zeitintensiv und dauert meist Monate bis sogar Jahre.

Topsoft und «focus on future» haben deshalb in der Schweiz eine Studie durchgeführt, um kaufentscheidenden Kriterien der Anwender genauer unter die Lupe zu nehmen. Befragt wurden dabei nicht nur 81 Anwender aus allen Unternehmensgrössen. Zusätzlich sind 81 Unternehmen eingeladen worden, ihre Sicht zur Entscheidungsfindung der Kunden abzugeben. So lassen sich Unterschiede im gegenseitigen Verständnis offenlegen. Die Umfrage lief zwischen Anfang Mai bis Mitte Juli 2014.

Unterschiedliche Wahrnehmung

Gerade im ersten Auswahlverfahren unterscheiden sich die Ansichten von Anbietern und Anwendern stark – besonders im Bereich der Kompetenz. Wenig überraschend: Anwender schätzen ihre Suche deutlich systematischer ein und sind überzeugt, Anforderungen und Nutzen der Business-Software genau zu kennen. Dennoch üben sie Kritik: Knapp 60 Prozent der befragten Anwender halten den Markt für intransparent oder unübersichtlich, was die Auswahl erschwert. Dem stimmen auch zwei Drittel der Anbieter selbst zu. «Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, die Informationen für die verschiedenen Anforderungen und Nutzer zuzuschneiden» bestätigt an der Podiumsdiskussion Isabelle Geissmann, Director Marketing & Sales der terna Switzerland AG. Das Unternehmen implementiert Lösungen mit Microsoft Dynamics AX.

So wählt der Anwender aus

Besonders wichtig ist den Anwendern, dass die Software alle Funktionen bietet, die benötigt werden. Dies zeigt sich auch bei der fehlenden Bereitschaft, die eigenen Prozesse an die jeweilige Software anzupassen. Über 60 Prozent wollen die Software den aktuellen Prozessen anpassen, umgekehrt sind es unter 15 Prozent. Die Software muss also die derzeitigen Prozesse bestmöglich abbilden.

Anwender wünschen keine Experimente. Stattdessen ist es für die Nutzer zentral, dass die Software praxiserprobt ist. Eine solche Lösung wünschen sich knapp vier von fünf Anwendern.

Zuletzt zählt der Ausbildungsbedarf als eine der wichtigsten Kaufkriterien. Die Software soll möglichst einfach zu verstehen und zu bedienen sein, um später Schulungen zu minimieren, meinen über 80 Prozent der befragten Anwender. 

Am unpopulärsten ist die Cloud-Unterstützung, die von einer grossen Mehrheit abgelehnt wird. Dieser Effekt dürfte der zunehmenden Diskussion um die Datenschutzproblematik geschuldet sein.

Swissness out?

Kaum einem Anwender ist es wichtig, dass das Produkt in der Schweiz entwickelt wurde. Lediglich 28 Prozent achten verstärkt darauf. Dies gilt allerdings lediglich für das Produkt selbst. Gegensätzlich dazu geben die Anwender zu Protokoll, dass eine Schweizer Niederlassung bei der Anbieterwahl zu den wichtigsten Kriterien überhaupt gehört. Dabei steht weniger die geografische Nähe des Unternehmens im Vordergrund sondern viel mehr das Kennen von Schweizer Formalitäten, speziell im Rechnungswesen.

Worauf Anbieter achten sollten

Neben einer hiesigen Niederlassung sind besonders zwei Faktoren bei der Wahl eines geeigneten Partners sinnvoll. Zum einen ist das das Branchenwissen und die Erfahrung, das von drei Viertel der Teilnehmer als wichtig oder sehr wichtig angegeben wird. Dies deckt sich damit, dass die Anwender sich stark anhand von Referenzen entscheiden. Rund 75 Prozent der Befragten geben an Anbieter zu suchen, die Ihre Kompetenz über Referenzen belegen können. Ein ideales Mittel dafür sind auch Referenzbesuche bei Unternehmen aus ihrer Branche, welche dieselbe Lösung bereits nutzen, meint Martin Zimmerli, CEO der EAO Schweiz AG. Gerade Fragen zum Prozess könnten so schnell und unkompliziert beantwortet werden.

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