Virtualisierung auf dem PC - Sicherheitsrisiken vermeiden

Die Virtualisierung von Betriebssystemen auf PCs bringt neben Vorteilen auch eine Reihe von Risiken. VMs ohne Schutz vor Malware sowie unkontrollierter Datenaustausch mit dem Host sind nur zwei offensichtliche Gefahrenpotenziale. Wir geben Tipps und Tricks zum Vermeiden von Sicherheitsproblemen.

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» Von von Thomas Bär und Frank-Michael Schlede (freie IT-Journalisten), 13.07.2012 13:53.

Dieser Artikel wurde ursprünglich in unserer Schwesterpublikation Computerwoche.de publiziert.

Gerne wird der Tipp gegeben, sich Beta-Versionen von Betriebssystemen wie das neue Microsoft Windows 8 in einer virtuellen Maschine anzuschauen. Das sei nämlich sicher und einfach. Nun werden viele Anwender zwischenzeitlich bemerkt haben, dass Einrichtung und Betrieb einer Virtualisierungslösung auf dem Desktop durchaus mit Tücken behaftet sein kann. Zudem bleibt die Frage, wie es um die Sicherheit dieser Software bestellt ist: Wie gefährlich ist der Einsatz von Virtualisierungslösungen wie Oracles Virtual Box, Parallels Desktop 7, Microsoft Virtual PC/Virtual XP oder der VMware Workstation auf dem eigenen Rechner?

Wir haben einen näheren Blick auf die Sicherheitsaspekte des Themas «Virtualisierung auf dem eigenen Desktop» geworfen, stellen mögliche Risiken dar und zeigen, wie Sie diese vermeiden können. Im Anschluss daran geben wir noch einen Überblick über die grundsätzlichen Techniken, die bei der Virtualisierung zum Einsatz kommen - denn wer die Grundlagen kennt, kann Gefahren weitaus besser abschätzen und vermeiden.

Der Super-GAU: Gefahr durch die Virtualisierungssoftware?

Wie jede andere Softwarelösung wird auch die Virtualisierungssoftware zunächst auf dem lokalen Betriebssystem installiert. Sie bildet eine oder mehrere virtuelle Maschinen (VMs) ab und erlaubt es dem Anwender, diese unabhängig vom «Host-Betriebssystem» zu betreiben. Dabei sind die VMs grundsätzlich vom lokalen Betriebssystem abgeschottet. Alle Elemente eines Computers vom Ein/Aus-Schalter über die Festplatte bis hin zu den optischen Laufwerken sind virtuell oder werden vom darunter liegenden Betriebssystem «weitergereicht».

Ausgehend von diesem Szenario gelten die ersten Gedanken in Bezug auf potenzielle Sicherheitslücken zunächst einmal der eigentlichen Virtualisierungssoftware. Was passiert beispielsweise, wenn ein Programm es schaffen würde, aus der virtuellen Maschine heraus über die «Speicherschutzgrenzen» hinweg auf das Host-Betriebssystem zuzugreifen? Wäre das möglich, so würde es sich dabei in der Tat um einen Super-GAU in Bezug auf die Sicherheit des Betriebssystems handeln und bösartigen Angriffen wären Tür und Tor geöffnet. Zum Glück ist dieser Fall extrem unwahrscheinlich. Das hat mehrere Gründe:

  • Host-Betriebssysteme, ganz gleich ob es sich dabei um Microsoft Windows, Apple OS X oder ein Linux-System handelt, besitzen genügend klassische Schutzmechanismen, die einen «Zugriff» von einem Speicherbereich auf einen anderen wirkungsvoll verhindern.    
  • Noch wichtiger: Im Gast-Betriebssystem sind keine Indikatoren zu finden, die darauf hinweisen, dass gerade dieses System sich in einer virtuellen Maschine befindet. Das virtualisierte Betriebssystem «weiss» also nicht, dass es aktuell nicht auf echter Hardware aktiv ist!    
  • Deshalb wird ein Schadprogramm nur schwerlich einen Punkt finden, an dem sein potenzieller Angriff ansetzen könnte.

Sofern die Installationspakete der Virtualisierungssoftware nicht zuvor manipuliert wurden und aus «herkömmlichen, sicheren Kanälen» stammen, besteht an dieser Stelle wohl das geringste Risiko für die Daten auf dem eigenen Host-Computer.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wo befinden sich die Gefahren?

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