Test: Das beste ERP-System
Die Gesellschaft zur Prüfung von Software (GPS) testet ERP-Systeme anhand von 1000 Kriterien. Wie sieht der Markt zurzeit aus, wer gewinnt, wer verliert?
» Von , 13.05.2010 17:20.
Der Markt der ERP-Lösungen ist notorisch unübersichtlich. Es gibt etwa 120 Systeme auf dem Markt, und jeder Anbieter fühlt sich irgendwie als Marktführer, auch wenn die Nische noch so klein ist. "Wir haben 500 Firmen direkt nach dem betriebswirtschaftlichen Nutzen gefragt", erklärt Wolfgang Quelle, Vorstand der Beratungsagentur MQ result consulting. Das Ergebnis: Der Nutzen ist bei den grossen Anbietern relativ gleichmässig verteilt. Man könne nicht sagen, dass ein SAP-System per se nützlicher sei als ein anderes, betont Quelle.
Die ERP-Ausschreibung eines Maschinenbau-Unternehmens mit 150 Anwendern stützt die Aussage Quelles. Gemessen wurde dabei der Prozentsatz der vom Kunden geforderten Kriterien, den die unveränderte Standard-Software des Anbieters erfüllt. Mit 97,5 Prozent liegt mySAP Business Suite an der Spitze, dicht gefolgt von proAlpha Business Solutions (97,1 Prozent) und infor ERP LN 6.1 (95,7 Prozent). Auch die Mehrzahl der restlichen Konkurrenten liegt nicht weit hinter dem Spitzenreiter SAP (siehe Grafik). Der Vorsprung schmilzt, die Unterschiede schwinden.
Top-User drücken Kosten
Das Realisierungspotenzial des Unternehmens bestimme den Nutzen in einem viel stärkeren Masse als die gewählte ERP-Lösung, sagt Quelle. Firmen mit hohem Realisierungspotenzial haben auch die Kosten viel besser im Griff. Pointiert könnte man daher sagen: Das beste ERP-System ist dasjenige mit den besten Usern.

Top-User verstehen die Geschäftsprozesse besser.

Top-User sind preiswerter als Poor-User.
Ein Anbieter warf das Handtuch
Die Gesellschaft zur Prüfung von Software (GPS) testet ERP-Systeme anhand von 1000 Kriterien. Die ERP-Lösungen der Anbieter müssen einen prototypischen End-to-End-Prozess von Angebotserstellung, Auftragserteilung, Disposition, Produktion bis hin zur Auslieferung, Beschwerdeannahme und Auswertung bewältigen. Nur etwa 20 Prozent der ERP-Anbieter sei überhaupt in der Lage, diesen anspruchsvollen Testparcour zu bestreiten, sagt Reiner Martin. Schon allein die erfolgreiche Teilnahme ist also bereits ein Gütesiegel. Auf dem ERP Contest letzte Woche in Ulm stellten sich APplus, SAP ERP 6.0 und das Open-Source-System AvERP der Herausforderung. Ein vierter Anbieter sagte im Vorfeld ab. Anscheinend kommt es nicht nur auf die Power-User, sondern auch noch ein wenig auf die Software an.



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