Schweizer Online-Handel: leichte Stagnation

Neuer Rekordumsatz im Schweizer Online-Handel, sagt eine HSG-Studie. Dazu trägt Amazon am meisten bei, aber mit einem überraschend kleinen Vorsprung.

» Von Fabian Vogt , 19.03.2013 11:02.

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Der Online-Handel in der Schweiz wächst nach wie vor, aber weniger schnell wie zuvor. Während der Umsatz im E-Commerce zwischen 2008 und 2010 noch um 48 Prozent wuchs, nahm er in den letzten beiden Jahren lediglich um 17 Prozent zu. Dies sagt die «Internetstudie 2013» der HSG St. Gallen, die ausrechnete, dass im letzten Jahr 10,18 Milliarden Franken im Online-Handel umgesetzt wurden.

Wurden 2011 noch auf ricardo.ch die meisten Umsätze getätigt, war es in den letzten zwölf Monaten Amazon. Dort kauften 9,49 Prozent der Befragten ein, Ricardo landete auf Rang drei. Dazwischengeschoben hat sich der, gemäss Studie, grosse Aufsteiger der letzten beiden Jahre: Zalando. 2011 noch nicht unter den ersten zehn, kommt er nun auf 8,33 Prozent Nennungen.

Online-Software kommt auf

Am liebsten kaufen die insgesamt 1000 in der Studie befragten - zufällig ausgewälten Passanten - Flugtickets online, 2/3 der Befragten tun dies. Hinter Ferienreisen und Tickets landet Software mit 35,3 Prozent auf Rang vier, das ist ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber 2011. Das grösste Minus machen die Online-Bankdienstleistungen: 4,6 Prozent weniger als 2011 haben diese genutzt, gesamthaft 35,1 Prozent.

Interessant ist, dass zwar nach wie vor die meisten Leute (58,8 Prozent) stationär einkaufen und nur jeder fünfte im Internet. Aber gleich viele entscheiden situativ und insgesamt verliert der stationäre Handel leicht gegenüber dem Internet und der Cross-Channel-Nutzung. In dieser Cross-Channel-Nutzung liegt gemäss Thomas Rudolph von der Uni St. Gallen auch die Zukunft des Shoppings.

Es menschelt nicht

Momentan das grösste Hindernis beim Online-Shopping ist, dass die Kunden die Qualität der Produkte nicht beurteilen können (61 Prozent). Die fehlende persönliche Beratung vermissen 53 Prozent der Befragten. Dafür werden online die schnelle und unkomplizierte Problemlösung und der günstige Preis geschätzt.

90 Prozent der Befragten surfen täglich im Internet, sagt die Studie zudem. 23,8 Prozent davon sogar stündlich, nur ein Prozent seltener als 1x im Monat. Dabei greift über die Hälfte der Befragten täglich mit dem Mobiltelefon auf das Internet zu, 2011 war es nur die Hälfte und vor vier Jahren sogar nur 6,3 Prozent.

Bei der Internetnutzung sind altersabhängige Unterschiede zu beobachten. Unter 25-Jährige sind vor allem am Chatten und Spielen, 25- bis 34-Jährige am Lernen, 35- bis 54-Jährige nutzen das Web hauptsächlich für Arbeit und Einkauf. Die über 55-Jährigen haben keine spezielle Präferenz: Sie machen von allem etwas; spielen, einkaufen und lernen.

 

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