Schweizer Breitbandangebot gut, Glasfaser naja

Die Breitbandabdeckung in der Schweiz ist hervorragend. Beim Glasfaserausbau hinken wir der europäischen Konkurrenz allerdings noch hinterher.

» Von Fabian Vogt , 14.03.2013 14:00.

92,7 Prozent der Schweiz sind mit einer Hochbreitbandschwelle von 30 MBit/s abgedeckt. Das ist europäische Spitze, sagt eine von Glasfasernetz Schweiz in Auftrag gegebene Studie. Der europäische Durchschnitt beträgt 50,2 Prozent. 

Vor allem in den ländlichen Regionen ist die Schweiz anderen europäischen Staaten voraus, jeder Kanton hat mindestens 75 Prozent Abdeckung. Studienleiterin Laura Kell sagt dazu, dass die Schweiz stolz darauf sein sollte, in diesem Bereich auf Rang drei zu liegen. Denn diese Gebiete würden normalerweise aussen vor gelassen.

Teurer Glasfaserausbau

Grösseres Verbesserungspotential gibt es bei der Glasfaserabdeckung. Diese beträgt in der Schweiz 10 Prozent, womit man sich auf dem Durchschnittsniveau der EU-Länder bewegt (11,6 Prozent). «Das Ziel der Schweiz kann es nicht sein, europäischer Durchschnitt zu sein,» sagt Dr. Oliver Schnyder, Geschäftsführer von Glasfasernetz Schweiz, auf Anfrage. Deswegen investiert die Schweiz bereits jetzt mehr in den Telekommunikations-Bereich, als die meisten anderen europäischen Länder. Knapp 300 Franken pro Einwohner und Jahr. 

Und das lohnt sich. Die zehn Prozent wurden innerhalb von drei Jahren erreicht, die Schweiz holt rasch auf. Alleine damit sind die hohen Investitionen allerdings nicht zu erklären. Glasfaserausbau in der Schweiz ist auch wesentlich teurer als beispielsweise in Italien, weil die Leitungen tiefer gelegt werden müssen. Und da zu Beginn nur die städtischen Gebiete erschlossen werden, in denen der Ausbau günstiger ist, werden in Zukunft entweder die Kosten weiter steigen oder der Ausbau langsamer von statten gehen. «Im Moment liegt der Erschliessungsschwerpunkt auf den städtischen Gebieten. Wir haben aber auch in ländlichen Gebieten erfolgsversprechende Projekte zur Erschliessung,» sagt Schnyder dazu.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Reicht FTTC nicht aus?

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