Schweizer Banken: Kundendaten grösste Last

Hiesigen Banken stehen weiter striktere Regulierungsanforderungen ins Haus. Das US-Programm bereitet Bankern Kopfzerbrechen, denn die Datenaufbereitung ist problematisch.

» Von Mark Schröder , 09.01.2014 15:25.

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Schweizer Banken sehen sich immer grösserem Regulierungsdruck ausgesetzt. Beim US-Steuerprogramm sind die Institute aufgefordert, sämtliche Transaktionen der vergangenen fünf Jahre auf eine Beteiligung von Bürgern oder Unternehmen aus den Vereinigten Staaten hin zu überprüfen. Diese Datenanalyse bereitet den Finanzdienstleistern mehrheitlich Sorge. In der Umfrage «Bankenbarometer» von EY (früher: Ernst & Young) nannten die 120 befragten Führungskräfte die Informationssammlung und -übermittlung als grösste Herausforderung zurzeit. «Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht dann, wenn ein Institut das Kernbankensystem in dem Zeitraum umgestellt hat», weiss Patrick Schwaller, Managing Partner FSO Assurance bei EY Schweiz,

Weit geringer ist die Angst vor drohenden Bussen oder Imageschäden, heisst es in der Studie. Allerdings lehnen die Banker das US-Programm auch insgesamt ab. Das Steuerabkommen wird von 64 Prozent als negativ für das eigene Unternehmen und sogar von 73 Prozent als negativ für den Finanzplatz Schweiz beurteilt.

Aber auch jenseits des US-Abkommens beschäftigt die Banker die Regulierung am stärksten. Compliance, Basel III, Steuertransparenz und Risikomanagement sind die grössten Herausforderungen in den kommenden zwölf Monaten, ergab die Umfrage. «Banken müssen zunächst regulatorische Vorgaben und Risiken abarbeiten. Dennoch sehen viele die Notwendigkeit von innovative Lösungen im Banking», sagte Bruno Patusi, Leiter Wealth & Asset Management bei EY Schweiz, der Computerworld an einem Anlass am Donnerstag in Zürich. Laut Bankenbarometer rangieren Investitionen in neue Technologien und die Anpassung des Geschäftsmodells nur am unteren Ende der Prioritätenliste für dieses Jahr.

Als nächste regulatorische Anforderung kommt der Automatische Informationsaustausch (AIA) auf die hiesigen Kreditinstitute zu. Beachtliche 74 Prozent der Befragten sind laut Studie überzeugt, dass sich AIA als globaler Standard durchsetzen wird. «Mit Blick auf die jüngere Vergangenheit erstaunt dieses deutliche Resultat. Offenbar mussten die Banken erkennen, dass die bisher vorgeschlagenen Alternativkonzepte wie die Abgeltungssteuer von den Partnerstaaten nicht verstanden oder nicht akzeptiert wurden», sagte Schwaller.

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