Mit gutem Betriebsklima gegen Fachkräftemangel

Ein gutes Betriebsklima ist für Firmen mittlerweile wichtigster Faktor zur Mitarbeiterbindung, so Personaldienstleister Hays. Und Social Media ist beim Rekrutieren weiter Nebensache, Job-Portale im Internet sind weiterhin ein beliebter Weg um neue Mitarbeiter zu finden.

» Von Werner Kurzlechner, vof, 14.01.2013 11:41.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich in unserer Schwesterpublikation Cio.de veröffentlicht und auf die Schweiz angepasst.

Der Fachkräftemangel wird nicht nur die IT-Abteilungen, sondern viele Unternehmen insgesamt noch lange Jahre beschäftigen. Aktuell gibt es aber auch Indizien, die für eine gewisse Entkrampfung der Lage sprechen. Zum Beispiel brennt den Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nicht mehr so unter den Nägeln wie noch vor einem Jahr.

Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag der Personaldienstleister der Hays AG erstellt hat. Befragt wurden mehr als 700 Entscheider.

Nur noch 24 Prozent der Firmen nennen die Mitarbeitergewinnung als eines der drei wichtigsten HR-Handlungsfelder. Im Vorjahr waren es noch 32 Prozent. Im Kontrast dazu legte die Mitarbeiterbindung um drei Prozentpunkte zu und liegt momentan auf Platz Zwei der wichtigsten Personalthemen. Den Spitzenplatz übernahm die Förderung einer nachhaltigen Unternehmenskultur, die von 48 Prozent der Befragten genannt wurde. Im Vorjahr waren es lediglich 39 Prozent.

Einen Bedeutungsverlust gab es in den vergangenen zwölf Monaten aber nicht nur bei der Rekrutierung. Die auf Rang Drei positionierte Stärkung der Führung im Unternehmen sackte von 50 auf 46 Prozent ab, die Steuerung der demografischen Entwicklung von 27 auf 16 Prozent.

Man mag das zum Teil so werten, dass sich die Situation in diesen Problembereichen etwas entspannt hat und dass die Firmen einen Teil ihrer Hausaufgaben erledigt haben. Allerdings muss auch auf eine methodische Veränderung hingewiesen werden: Im Vorjahr wurden ausschliesslich deutsche Entscheider befragt, erstmals nahm die Hays AG jetzt auch Führungskräfte aus den beiden Alpenrepubliken ins Studiensample auf.

Personalsuche europaweit

«Im Ländervergleich scheint in Deutschland die Relevanz der Förderung der Beschäftigungsfähigkeit sowie der Steuerung des demografischen Wandels sehr viel stärker verankert zu sein als in Österreich und in der Schweiz», heisst es in der Studie. «Ausgeprägter als Deutsche und Schweizer engagieren sich die österreichischen Unternehmen in den Themenfeldern Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern sowie Talentmanagement.»

Ein Missverständnis wäre es aber nun, die Prioritätsverschiebung weg von der Rekrutierung neuen Personals als grösseren Etappensieg gegen den Fachkräftemangel zu deuten. 60 Prozent der Befragten geben an, dass der Engpass an Fachkräften die Unternehmens- und Personalpolitik stark oder sehr stark beeinflusse - im Vorjahr lag dieser Wert bei 56 Prozent. Offenbar suchen die Firmen die Antwort auf das Problem stärker in der Bindung bereits vorhandener Mitarbeiter. 77 Prozent der Schweizer Unternehmen gaben an, auch aus dem deutschsprachigen Ausland zu rekrutieren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Job-Portale sind der beliebteste Rekrutierungsweg

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