Kompetenzverlust sorgt für Milliardenschäden in der IT

Rund 13 Milliarden Franken entgehen deutschen IT-Unternehmen jährlich durch Wissens- und Kompetenzverlust. Auch, weil es viele ITler in die Schweiz zieht.

Immer mehr Fachkräfte zieht es aus Deutschland ins Ausland - der Schaden für die heimische IT ist enorm.

» Von Fabian Vogt , 25.05.2012 15:12.

Die Bitkom rechnet vor, dass 2011 10 000 neue Jobs in der deutschen IT-Branche geschaffen wurden, die damit zum Jahresende 858 000 Menschen beschäftigt habe. Für 2012 rechnet der Verband mit einem Umsatzwachstum von 1,6 Prozent. «Die spezifische Nachfrage nach Arbeit auf diesem Feld wird weiter dramatisch ansteigen», sagte der stellvertretende IAO-Institutsleiter, Wilhelm Bauer. Diese Zahlen sind aber trügerisch.

Denn wie die Studie «Fachkräftemangel und Know-how-Sicherung in der IT-Wirtschaft» zeigt, geht trotz guter Geschäftsentwicklung vor allem das Wissen der mittelständischen IT-Unternehmen verloren. 64 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie einen Kompetenzverlust erleiden, weil Fachleute aus Karrieregründen das Unternehmen verlassen. Vor allem die mittelständischen IT-Unternehmen seien betroffen, weil sie im Vergleich zu grösseren Konzernen weniger bekannt seien und in der Regel nicht so hohe Gehälter zahlen können. Weitere Gründe für Kompetenzverluste sind altersbedingtes Ausscheiden, das 42 Prozent der Unternehmen nennen, und längere Familienphasen (35 Prozent).

Höhere Bildungsstufen besonders betroffen

Im Herbst vergangenen Jahres seien insgesamt 38 000 Stellen bei IT-Anwendern und -Entwicklern zu besetzen gewesen, führt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder aus. Besonders problematisch sei, dass etwa im Bereich Informatik trotz steigender Erstsemester-Zahlen nur eine etwa gleich bleibende Zahl von Absolventen die Hochschulen verlasse, sagt er weiter: «Wir haben unglaubliche Verluste auf der Strecke zwischen Studienbeginn und Studienabschluss.»

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften kostet die deutsche IT- und Telekommunikationsbranche jährlich einen Umsatz von rund dreizehn Milliarden Franken. Besonders fehlten Akademiker zum Abarbeiten zusätzlicher Aufträge, was durchschnittliche Erlöseinbussen von 8,5 Prozent je Firma verursache.

Über die Grenze

Zahlen des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements belegen, dass viele der Deutschen ITler in die Schweiz kommen. Alleine in der Banken-/Versicherungs- und Beratungsbranchen arbeiten momentan  11 904 Deutsche im Bereich Planung,Beratung,Informatik.

Für die Studie befragten das Frauenhofer IAO und Bitkom 203 IT- und Telekommunikationsunternehmen. Das Ziel war, einen «umfassenden Überblick über die Ursachen des Verlusts von Wissen und Kompetenzen» zu gewinnen.

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Tobias Hug: 09-10-12 10:20

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