Eine Million Schweizer sind komplett «offline»

Die Schweiz zählt bei der Internet-Verbreitung zu den Top-Ländern. Trotzdem soll eine Million Menschen nach wie vor volständig «offline» leben.

» Von AWP , 10.12.2013 17:31.

Michael Latzer von der Universität Zürich hat eine Befragung über Internetnutzen gemacht. Sein Fazit: «Die Schweiz zählt bei der Internet-Verbreitung weltweit zu den Top-Ländern». Die Studie zeigt unter anderem, dass die Unterschiede zwischen Männer und Frauen, Jungen und Älteren seit 2011 geschrumpft sind. Sorgen und Vertrauen in punkto Internetnutzung haben sich indes nicht wesentlich verändert. Die Hälfte der Internetinhalte werde von drei Vierteln der Befragten als glaubwürdig eingestuft, erklärte Latzer.

Mangelnde Privatsphäre akzeptiert

Trotz NSA-Skandalen vertrauen die Nutzer den Angeboten der Regierung - etwa der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) - am meisten, Blogs oder sozialen Online-Netzwerken am wenigsten, heisst es in der Studie. In puncto Datenschutz trauen die Befragten Unternehmen weniger als der Regierung. Grundsätzlich sind Junge deutlich weniger um Datenschutz besorgt als Ältere und Männer weniger als Frauen.

Etwa 40 Prozent der Befragten wären «sehr oder extrem besorgt» bei der Nutzung einer Kredit- oder Bankkarte im Internet. Fünf Prozent sind tatsächlich schon Opfer von Kreditkartenbetrug im Internet geworden. Jeder Zweite befand, man müsse sich damit abfinden, dass es keine Privatsphäre im Internet mehr gebe.

Politikfreier Raum

Die neue Studie zeigt, dass das Internet als Informationsquelle weiter an Bedeutung zunimmt - Spitzenreiter sind Produkt- und Reiseinformationen sowie Nachrichten. Damit hat das Internet die Zeitung als Informationsquelle eingeholt, bei den 14- bis 29-Jährigen diese sogar abgehängt.

Als zweitwichtigste Nutzung folgt die Unterhaltung mit Video- und Musikportalen an der Spitze. Allerdings rangiert das Internet noch immer nach dem Fernsehen. Politik hat indes im Internet einen schweren Stand: 71 Prozent der Befragten diskutieren Politik ausschliesslich offline. Nur vier bis sieben Prozent glauben, dass Internet der Demokratie nützt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Smartphones und Facebook

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