E-Government: Schweiz im Mittelfeld

Die europäische Kommission bescheinigt der Schweiz Fortschritte im E-Government-Bereich. Luft nach oben ist aber weiterhin vorhanden.

» Von Fabian Vogt , 29.05.2013 10:19.

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Die Schweiz gehört nicht zu den Top-Nationen im E-Government-Bereich. Das ändert sich auch mit dem neusten «e-Government-Benchmark-Report» der europäischen Kommission nicht, aber immerhin rückt die Schweiz ins Mittelfeld vor. 

Unter vier Hauptindikatoren überzeugt die Schweiz vor allem im Bereich «Optimierung von Verwaltungsprozessen durch Online-Services aus Kundensicht». Sie erzielt im Kriterium der Kundenzufriedenheit ein sehr gutes Resultat und ist in der Benutzerumfrage betreffend Nutzen und Bedürfniserfüllung von Online-Dienstleistungen gut positioniert, schreibt das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) in einer Mitteilung zur Studie. Auch das Schweizer Online-Angebot für die Bevölkerung (63 Prozent) würde sich deutlich vom europäischen Durchschnitt (45 Prozent) abheben.

Ausbaufähige Angebote

Doch es gibt auch Bereiche, in denen die Schweiz nach wie vor Potential hat. Unter anderem sei das Angebot der öffentlichen Verwaltung für die Wirtschaft ausbaufähig, schreibt das ISB. Entwicklungspotential bestehe zudem im Bereich der technischen Voraussetzungen für E-Government. Basismodule wie die Einmalanmeldung mit der eID, die elektronische Beglaubigung von Dokumenten oder die sichere Dokumentablage sollten als Grundlage für eine flächendeckende Ausbreitung von E-Government auch in der Schweiz vermehrt eingesetzt werden, schreibt das ISB. Denn die Etablierung dieser Basismodule würde die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Transaktionen fördern. Diese Aspekte seien in den Online-Services der Schweizer Behörden gemäss dem EU-Bericht bisher noch zu wenig berücksichtigt worden.

Für die Studie untersuchte die EU-Kommission das E-Government-Angebot der EU27-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz, Kroatien, Island, Norwegen und der Türkei. Im Gegensatz zu anderen Jahren wurde nicht nur die Existenz von Einzeldienstleistungen gemessen, sondern auch deren Einsatz im Rahmen von bestimmten «Lebensereignissen». Im Fokus standen die Prozesse rund um die Ereignisse Stellensuche und Arbeitslosigkeit, die Unternehmensgründung sowie das Studium an einer ausländischen Universität. Ergänzt werden die Ergebnisse im nächsten Jahr durch die Untersuchung zu Prozessen in weiteren Verwaltungsbereichen wie Gesundheit, Justiz oder Wirtschaft.

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