Die grössten Innovationsfallen
Oft verpassen vermeintlich innovative Unternehmen die Marktentwicklung. Lesen Sie hier die gefährlichsten Innovationsfallen, in die Firmen tappen.
Hier gibts die wichtigsten Innovationsfallen, in die Unternehmen tappen.» Von , 17.07.2012 12:57.
* Der Autor ist Geschaftsführer der Ideeologen-Gesellschaft für neue Ideen in Baden-Baden
Innovation ist «in» - zumindest, wenn es um grosse Worte geht. Kaum eine Vorstandsrede, kaum ein Firmenprospekt, in dem der Terminus Innovation nicht strapaziert wird. Trotzdem tappen Unternehmen immer wieder in dieselben Innovationsfallen. Mit Schlecker, Manroland und Kodak hat es allein in diesem Jahr bereits drei prominente Opfer erwischt. Und andere Unternehmen stecken tief in Innovationsfallen, ohne es zu merken. Denn innovativ sind sie nur im Rahmen des Bestehenden. Radikal neue Innovationsansätze hingegen fehlen. Folgende fünf Innovationsfallen sorgen dafür, dass Betriebe den Anschluss verlieren.
Die Hochglanzfalle
Wer sich Websites, Visionen und Hochglanzbroschüren der meisten Unternehmen genauer ansieht, stellt schnell Folgendes fest: Irgendwie sind sie alle visionär, hochkreativ und praktisch kurz davor, die Branche zu revolutionieren. Auf den ersten Blick liest sich das beeindruckend. Blickt man jedoch genauer hinter die Fassade der Homepages und Prospekte, dann haben diese Botschaften oft wenig Substanz.
Je häufiger Mitarbeiter und Manager eines Unternehmens solche Botschaften vernehmen, desto mehr glauben sie: «Wir sind schon innovativ, wozu noch mehr?» Die Folge: Unternehmen werden betriebsblind. Sie konzentrieren sich auf die Innovationsfelder, die schnell und einfach Erfolge bringen. Wirklich radikale Innovationen finden jedoch nicht statt, die Märkte werden von Mitbewerbern und Kräften von aussen umgestaltet. So geschehen in der Automobilindustrie: Ausgerechnet der Branchen-Outsider Shai Agassi, ein ehemaliger SAP-Vorstand - hat ein vollkommen neues Modell zur Elektromobilität entwickelt. Während die klassischen Automobilfirmen weiter daran arbeiten, Batterien besser und sparsamer zu machen, entwarf Agassi mit «Project Better Place» ein komplettes Mietsystem für aufgeladene Elektrobatterien.
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