Die besten Arbeitgeber der Schweiz
Helvetische Firmen auf dem Prüfstand: Schweizer Arbeitnehmende fühlen sich offenbar vor allem bei IT-Unternehmen pudelwohl.

» Von , 02.02.2012 10:57.
Das Arbeitgeberbewertungsportal Kununu hat untersucht, wo Schweizer besonders gerne tätig sind. Basierend auf insgesamt über 19'600 Bewertungen wurden die zehn beliebtesten eidgenössichen Arbeitgeber erhoben: In den Top 10 jener Unternehmen, die mehr als 20 Bewertungen erhalten haben, finden sich gleich sechs Firmen aus dem ICT-Bereich.
Mit Oniko liegt ein IT-Dienstleister sogar an der Spitze der Kununu-Liste. Dahinter folgt der Webspezialist Namics. Erst auf den Plätzen drei und vier finden sich mit der Graubündner Kantonalbank und Holidaycheck die ersten Unternehmnen, die nicht aus der IT-Sparte kommen. Danach geht aber bereits wieder mit ICT-Firmen weiter: bbv Software und GIA Informatik rangieren ex aequo auf dem fünften Platz. Mit ARP Schweiz und Unic finden sich zwei weitere IT-Unternehmen unter den Top 10 der beliebtesten eidgenössischen Arbeitgeber.
Bei der Erhebung haben Kununu-Nutzer ihre Arbeitgeber mit einem Punktesystem bewertet. Somit soll das Ranking ausschliesslich die Eindrücke der Mitarbeitenden widerspiegeln. Dazu mein Kununu-Geschäftsführer Martin Poreda: «Wir setzen den Fokus auf die Meinung jener Zielgruppe, auf die es ankommt - auf die Mitarbeiter selbst. Entsprechend glaubwürdig und authentisch ist unsere Auswertung.»
Sieht man sie das Ranking im Detail an, fällt auf, dass bei mehreren Unternehmen nicht allzu viele Bewertungen abgegeben würden. Spitzenreiter Oniko hat beispielsweise 42 Stimmen erhalten, Zweitplatzierter Namics 39 und die Graubündner Kantonalbank gerade einmal 79.



Es ist nicht weiter verwunderlich, dass vor allem ICT Arbeitgeber gelistet sind. Wer, respektive wie viele Leute (Mitarbeiter) aus welchen Branchen bei welchen Arbeitgebern kennen denn KUNUNU überhaupt?
Wenn die Presse aus den Kununu Reultaten schlüsse ziehen will sollte sie das Portal zuerst bekannt machen, dann eruieren wie vile Leute kennen und nutzen es, aus welchen Branchen UND DANN die Resultate des Portales publizieren. So käme mann für die Zukunft eventuell zu einer gewissen Aussagekraft!
"Entsprechend glaubwürdig und authentisch ist unsere Auswertung" - gilt aber nur für die Leute, die sie ausgefüllt haben. Und da liegt das Problem: die wenigen Aussagen sind schlicht nicht repräsentativ. Es mag spassig sein so ein Stimmungsbild zu ermitteln, aber daraus eine Rangliste der besten Arbeitgeber zu proklamieren ist geradezu abstrus.
Bei einer Firmengrösse von 500 Mitarbeitern wären mit 125 Antworten und einer Zufallsstichprobe (was es aber nicht ist, da ja jeder mitmachen kann, aber nicht muss) immer noch plus/minus 10% Abweichung möglich. Die Zahl der erreichten Antworten ist aber noch kleiner, d.h. die Bandbreite für Abweichungen noch grösser, resp. kann aufgrund der Selbstauswahl der Teilnehmenden gar nicht angegeben werden.
Die Auswertung gaukelt Wissenschaftlichkeit vor und verkauft so die Leser für dumm.