Der Kampf um die Tablet-Krone
Wenn Microsoft das Surface auf den Markt bringt, wird das Tablet-Geschäft so umkämpft sein wie nie zuvor. Aber haben die Redmonder überhaupt eine Chance, Apple noch einzuholen?

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» Von , 24.09.2012 10:25.
Microsoft steht ein heisser Herbst bevor: Sowohl ihre Hardware- als auch die Softwarepalette wird um Produkte ergänzt, die so gut sein sollen, dass Microsoft-CEO Steve Ballmer vom «bedeutendsten Jahr in der Microsoft-Geschichte» spricht. Natürlich steht und fällt vieles mit dem Erfolg von Windows 8, doch gespannt sein darf man vor allem auch auf den hauseigenen Tablet «Surface», welchen die Redmonder vor drei Monaten ankündigten und vermutlich am 25. Oktober vorgestellt wird. Zwei Modelltypen soll es geben, eines mit Windows 8 Pro und das andere mit Windows RT. Letztere Betriebssystemversion ist speziell für den Betrieb von Tablets mit Prozessoren von ARM konzipiert.
Geprellte Partner
Man kann sich vorstellen, dass langjährige Microsoft-Hardware-Partner wie Asus, Lenovo oder Samsung nicht gerade erfreut darüber sind, dass ihr OS-Lieferant nun plötzlich Konkurrent im boomenden Tabletgeschäft wird. Und Microsoft bestätigt in seinem alljährlichen Report an die US Securities and Exchange Commission (SEC) auch , dass diesbezüglich Probleme auftreten könnten. Acers CEO Zhentang Wang hat sich beispielsweise schon dazu geäussert und Microsoft darum gebeten, die «Surface»-Pläne nochmals zu überdenken, ansonsten müsste man vielleicht die Partnerschaft beenden.
Diese Drohung ist allerdings nicht sonderlich ernst zu nehmen, denn eine echte Alternative zu Windows gibt es für Acer & Co nicht. So wird es im Herbst also neben den etablierten iOS und Android-Anbietern neu auch Windows 8 Tablets von Microsoft, Lenovo, Asus, Toshiba, Samsung und Dell geben. Der Kampf um Tablet-Marktanteile unter veränderten Voraussetzungen geht in eine neue Runde.
Apple – und dann lange nichts
Wobei es bisher nicht wirklich ein Kampf war: Apple dominiert den weltweiten Tablet-Markt mit einem Anteil von knapp 70% (Q2/2012), auf Rang zwei liegt Samsung, mit 10 Prozent. Microsoft hat sich auf die Fahnen geschrieben, diesen Alleingang von Apple zu stoppen. Nur: ist das möglich? Steve Ballmer gab in einem Interview mit der «Seattle-Times» bekannt, welches für ihn der ideale Preis für ein Windows-8-Tablet auf dem PC-Markt wäre: 300 – 800 Dollar. Falls also das RT-Modell zwischen 300-400 Dollar kostet, wird es günstiger sein als die populärsten 10-Zoll-Tablets Samsung Galaxy Tab 2 (499 Dollar) und das 16GB iPad (499.- Dollar). Das Surface Pro-Modell würde mit einem Preis von 800 Dollar im Segment der Ultrabooks anzusiedeln sein. Die Frage ist, ob die Aussage Ballmers so interpretiert werden kann – und ob das so gut wäre.
Was ist der Plan von Asus?
Nicht nur Microsoft scheint sich über die Preise so seine Gedanken zu machen. Letzte Woche hat Asus sein Vivo Tab RT vorgestellt, das ab 599 Dollar zu kaufen sein wird. Die auf Intel-Atom basierende Version wird ab 799 Dollar zu haben sein, sagt zumindest eine nicht bestätigte Roadmap, welche ZDNet in die Hände fiel. Dazu baut Asus auch noch ein Tablet mit einem Intel i5-Prozessor, den auch das Surface verwendet. Allerdings soll gemäss dieser Roadmap das «Transformer Book» genannte Asus-Produkt 1399 Dollar kosten, das wäre ein ziemlich stolzer Preis für ein Tablet.
Warten auf Antworten
Bis jetzt bleiben bezüglich der Preisgestaltung der Windows-8-Tablets mehr Fragen als Antworten. Die grosse Frage ist, ob Microsoft wirklich versuchen sollte, mittels einer Tiefpreisstrategie die Kunden von Apple & Co. wegzulocken; das werden andere Hersteller zur Genüge versuchen. Viel eher sollte die Differenz über die Qualität und dem neuen OS Windows 8 erreicht werden, was aber ein beträchtliches Risiko für die Microsoft darstellen könnte, wie ein Analyst von Gartner bekanntgab. Und Ballmer hat im bereits erwähnten Interview mit der «Seattle Times» auch gesagt, dass er nicht vor hat, mit dem Surface Preisführer zu werden.




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