Deloitte-Studie: So ticken Schweizer CIOs

Die Schweiz ist ein besonderes Land. Das gilt auch für die Schweizer IT. Wie gut schlagen sich Schweizer CIOs im internationalen Vergleich? Deloitte hat's herausgefunden.

» Von Michael Kurzidim , 16.10.2013 08:30.

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Dieses Ergebnis überrascht und gibt Stoff zum Nachdenken. Da wird in der Schweizer Boulevard-Presse regelmässig die Schweiz als Innovationsstandort #1 in der Welt gefeiert. Aber ganz offensichtlich sind nicht die IT-Abteilungen damit gemeint. Der Schweizer CIO sei vorsichtig, konservativ und konzentriere sich darauf, einen exzellenten IT-Service anzubieten. Das sei ja nichts Verwerfliches oder Schlechtes, aber die Innovation komme dabei zu kurz, meinen die Unternehmensberater von Deloitte in ihrer Studie "CIO Survey 2013. Challenges and opportunities for the Swiss CIO". Computerworld liegt ein Vorabexemplar vor.

Deloitte befragte von Juni bis August dieses Jahres insgesamt 56 Schweizer CIOs und Senior IT Executives aus den Branchen Finance, Produktion, Dienstleistungen, Gesundheit und der öffentlichen Hand. Aufschlussreich ist der Vergleich mit CIOs aus dem Ausland, denen Deloitte dieselben Fragen vorgelegt hat. 700 CIOs aus 36 Ländern haben geantwortet. Hier die Highlights der Deloitte-Studie:

1) Schweizer CIOs konzentrieren sich sehr stark auf einen exzellenten Service, also darauf, ihre IT bestmöglich am Laufen zu halten. Für Schweizer IT-Chefs ist "Maintenance" die Priorität #1. Für ihre CIO-Kollegen aus anderen Ländern rangiert "Maintenance" im Durchschnitt erst an fünfter Stelle auf der Prioritätenliste. Hier weicht die Schweiz signifikant vom Rest der Welt ab.

2) Innovation nehmen Schweizer CIOs sehr wichtig. Aber für sie ist Innovation nicht zuallererst ein Thema für die IT-Abteilung. Die Mehrheit der Schweizer IT-Chefs fühlt sich für Innovation nicht oder nur am Rande zuständig. "Nur" 37% der Schweizer IT-Chefs sehen sich als Innovationsmotor in ihrem Unternehmen. Eigentlich ja ein recht hoher Wert, im internationalen Vergleich aber zu niedrig.

3) Schweizer CIOs setzten sich sehr intensiv mit Diensten aus der Public Cloud auseinander. Sie sind aber vorsichtiger als ihre internationalen Kollegen, wenn es um den konkreten Einsatz im eigenen Unternehmen geht. Die Adaptionsrate fällt in der Schweiz mit 10% markant niedriger als im Rest der Welt (23%) aus. Als Hauptgründe, die gegen die Public Cloud sprechen, werden Bedenken punkto Datenschutz und "Data Privacy" genannt. Auch anderen neuen Technologien wie Big Data und Analytics nähern sich Schweizer CIOs eher vorsichtig.

4) Schweizer CIOs lieben ihre Arbeit. Eine höhere finanzielle Vergütung ist für sie kein (starker) Anreiz, den Job oder die Position im Unternehmen zu wechseln. 38% von ihnen wollen CIO bleiben, 21% sehen sich zukünftig in der Rolle des CEO, ebenfalls 21% streben eine Beraterposition und 23% den Posten des COO an.

Schweizer USP: Top-Qualität

Die Schweiz ist im internationalen Vergleich ein Hochpreisland. Schweizer Unternehmen differenzieren sich am Markt nicht über den Preis, sondern über die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen. Einer innovativen Unternehmensstrategie kommt daher eine besonders hohe Bedeutung zu, und zwei Dritteln der Schweizer CIOs ist das auch sehr bewusst. Trotzdem sieht nur ein Drittel von ihnen die IT-Abteilung als Brutstätte und Motor von Innovationen. Als Gründe geben 27% andere IT-Prioritäten und zu knappe Ressourcen, 23% ein zu knapp bemessenes IT-Budget an. Versierte, fachkundige Mitarbeiter, die Innovationen vorantreiben könnten, fehlen besonders im Bereich Business Analytics.

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