Kommentar: Werbeanrufe - es bleibt noch viel zu tun

Aktuell ist wieder Krankenkassen-Wechsel-Callcenter-Saison. Die Swisscom führt einen Filter ein. Wo bleiben Konkurrenten und Behörden?

» Von Florian Bodoky , 05.10.2017 06:02.

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Gerade gestern Abend hat es angefangen – ich erhielt den ersten «Grüezi, wo sind Sie denn krankenversichert»-Anruf. Nachdem ich aufgelegt habe, fragte ich mich, wieso sich das für die Callcenter lohnt und ob überhaupt jemals schon jemand seine Krankenkasse am Telefon gewechselt hat. Offenbar ja. Mich nervts nur, die meisten unserer Leser offenbar auch.

Keine Werbeanrufe mehr – eine himmlische Vorstellung! Die Swisscom geht mit gutem Beispiel voran und kündigte vor zwei Wochen einen Filter an, der fortan auch Smartphone-Besitzer vor derartigen Anrufen schützen soll. Das gefällt und lässt hoffen. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass sich nur die wenigsten Callcenter an Sterneinträge halten.

Fast 46'000 Beschwerden hat das SECO innert drei Jahren entgegengenommen. Warum auch aufhören, werden sich gerade Callcenter aus dem Ausland fragen, im Wissen, dass die rechtlichen Konsequenzen ausbleiben werden. Zu schwierig gestaltet sich die Suche nach den Verantwortlichen, zu gross ist der Aufwand eines Rechtshilfegesuchs. Aus diesem Grund helfen nur technische Massnahmen, wie sie die Swisscom nun einleitet. Hoffen wir, dass die anderen Provider bald und mit effizienten Lösungen im Mobilbereich nachziehen – bis jetzt sind solche noch wenig konkret.

Allerdings, es gibt ein Silberstreif am Horizont: Der Bundesrat hat im Rahmen der Fernmeldegesetz-Revision eine solche Lösung verlangt, daher wird es nur noch eine Frage der Zeit sein – 2017 wird aber nochmal ein Festschmaus für unerwünschte Anrufer.

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