Mobile Payment: das Ende des Bargelds

» Von Mark Schröder , 15.02.2016 08:00.

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Schon die beiden Banken-Apps Paymit und Twint fokussierten zum Start im vergangenen Jahr auf verschiedene Praxisanwendungen: Peer-to-Peer auf der einen Seite, Peer-to-Merchant auf der anderen Seite. Die Funktionalität für das jeweils andere Nutzungsszenario soll in beiden Fällen 2016 nachgerüstet werden.

Paymit: Schweiz only

Mit rund 170'000 Downloads ist Paymit die meistverbreitete Bezahl-App der Schweiz, sagt Six-Sprecher Jürg Schneider. Die Entwicklung des Finanzdienstleisters Six wird von UBS, ZKB, der Luzerner und einigen weiteren Kantonalbanken sowie Swisscom getragen. Die Anbieter betonen die «Swissness» – die IT-Infrastruktur läuft auf einer Six-Plattform und der Finanzdienstleister verarbeitet auch alle Transaktionen. Das bringt die Einschränkung mit sich, dass Paymit bisher nur in der Schweiz funktioniert. Auch muss der Nutzer eine Schweizer Handy-Nummer haben und ein Schweizer Bankkonto respektive eine Schweizer Kreditkarte. Der Empfänger benötigt ebenfalls ein Smartphone mit Schweizer Nummer. 

Bei den geplanten Erweiterungen liegt der Fokus ebenfalls auf der Schweiz: «In der ersten Jahreshälfte 2016 wird Paymit auch im Schweizer Handel und im Onlinehandel eingeführt», erklärt Schneider. Das System wende sich in erster Linie an Händler ohne Bezahl-Terminals. Dabei wird auch an unbeaufsichtigte Verkaufsstellen, etwa Hofläden auf Bauernhöfen, gedacht.

Twint: Coop und Migros

Twint ist heute am Point of Sale bereits grossflächig präsent. Ein Hauptgrund ist die Kooperation mit dem Grossverteiler Coop, der seine Filialen sukzessive mit Bluetooth-Empfängern ausstattet. Anlässlich des Marktstarts von Twint stellte Coop-CIO August Harder in Aussicht, dass bis im Frühjahr landesweit über 7000 Terminals für die Bezahl-App installiert sein sollen. Durch die jüngst angekündigte Kooperation von Twint und Migros wird sich die Zahl der Akzeptanzstellen noch weiter erhöhen. Dafür macht Twint allerdings das Zugeständnis, dass zukünftig nicht nur per Bluetooth, sondern auch via QR-Code bezahlt werden kann.

Auf der Verbraucherseite hat Twint eine Zielgruppe von rund 4,5 Millionen Nutzern – die Kunden der unterstützenden Banken. Dazu zählen neben dem Hauptentwickler PostFinance auch die Kantonalbanken Genf, Graubünden, Schaffhausen und Thurgau sowie die Valiant Bank. Allerdings gibt sich Twint auch für andere Banken sowie für ausländische Handy-Nummern offen. Das Aufladen des Telefonkontos erfolgt via LSV oder Einzahlungsschein, was beides auch aus dem Ausland klappt. Abgerechnet wird allerdings in Schweizer Franken, sodass der Nutzer den Devisenkurs bezahlen muss.

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KOMMENTARE

Ernst Weigele: 15-02-16 08:43

Klar verschwindet Bargeld. Und kurz danach auch die Stuern.

Sabine Obermoser: 15-02-16 08:40

Bargeld wird verschwinden? Das wüsst ich aber! Da hat der Stimmbürger auch noch was zu sagen!

Dietmer Damlin: 15-02-16 08:36

Das einzige mobile Device mit dem ich zahle und zahlen werde ist meine Brieftasche!
Ich sehe überhaupt nicht ein für NOCH eine Zahlweise NOCH mehr Gebühren zu zahlen. Und ausserdem geht eine KEINEN was an wofür ich mein Geld ausgebe.

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