Erfolgsrezepte für Onlineshops

» Von Susann Klossek , 30.11.2016 15:00.

weitere Artikel

M-Commerce unterstützen

Die Nachfrage nach mobilem Shopping ist gross. Weltweit bereits rund 71 Prozent aller Onlineeinkäufe mobil getätigt (Media Consumption Forecasts, Zenith, Frühjahr 2016). In der Schweiz waren es letztes Jahr 25 Prozent, Tendenz stark steigend. Dennoch stellen viele Detailhändler noch keine mobilen Einkaufsmöglichkeiten übers Smartphone und Tablet zur Verfügung, so eine Studie der ZHAW. Bisher bieten vornehmlich die Grossen wie Apple, Swisscom, Amazon, Migros, Coop, SBB oder Swiss ausgereifte Lösungen im Bereich Mobile Commerce an.

«Bei der Konzeption unseres Onlineshops gilt die Devise Mobile first, dementsprechend werden Funktionalitäten und das Responsive Design immer weiter verfeinert», erklärt Elle Steinbrecher von Manor. In der breiten Geschäftswelt ist M-Commerce hingegen noch nicht etabliert, und die wenigsten haben eine Strategie für mobiles Zahlen, mobile Coupons, mobile Apps etc. entwickelt.

Technisch führende Einzelhändler sind fähig, Daten vom stationären Handel, von Onlineportalen sowie von mobilen und sozialen Medien zusammenzuführen und für die Optimierung ihrer Prozesse im Einkauf, den Lieferketten und im Marketing zu verwenden. M-Commerce setzt damit auch eine Neuorientierung im Marketing voraus. Speziell auf Mobile Commerce zugeschnittene Angebote wie elektronische Kundenkarten, Mobile-Payment-Lösungen und vor allem Shopping-Apps sind unverzichtbar. Sie vereinfachen nicht nur den Einkauf, die Conversion Rates bei Apps sind mehr als dreimal höher als bei mobilen Browsern und zweimal höher als beim Desktop.

Das Einkaufen über mobile Geräte hat laut Zenith-Studie allerdings bisher nur sehr verhaltenen Einfluss aufs mobile Bezahlen beim E-Commerce. Mobile Payment wird in der Schweiz dafür noch kaum genutzt, bezahlt wird meist per Rechnung (81%), manchmal per Kreditkarte (13%), selten per Vorauskasse/Nachnahme (4%) und Debitkarte (2%).

Gezielt personalisieren

Neukundengewinnung ist für jeden E-Commerce-Betreiber ein Kernthema. Es lohnt sich jedoch, auch die Bestandskunden im Blick zu behalten. Konkret: Beim Kunden durch einen positiven Eindruck punkten und ihn für weitere Shopbesuche gewinnen. Kunden legen beim Einkauf nicht nur auf Komfort Wert, sondern auch auf eine clevere Personalisierung. Experten nennen das tiefe Verständnis der Gewohnheiten und der Motivation des Einkäufers Me-Commerce. «Als Onlineplayer, der in der Schweiz verwurzelt ist, fühlen wir uns den Anforderungen und Vorlieben der Schweizer Kunden besonders verpflichtet», sagt Ricardo-CEO Bodo Kipper. In genau diesem Punkt will sich Ricardo nächstes Jahr auch weiterentwickeln.

Damit Anbieter ihre Kunden noch besser verstehen und Abbruchquoten im Web senken können, hat das Informatikforschungsteam der Hochschule Luzern zusammen mit dem Webdienstleister Arcmedia eine Software entwickelt, die der E-Commerce-Software beibringt, Auswahlkriterien von Kunden zu gewichten. Mit «PrefCom» (präferenzgesteuerte Produktsuche und Kundenprofilierung für E-Commerce-Anwendungen) können Kunden ihre Präferenzen formulieren, gewichten und variable Anfragen abgeben.

«Der Computer wägt die Angebote gegeneinander ab», erklärt Roland Christen, technischer Leiter des Projekts. Ein Produkt gewinnt gegen ein anderes, wenn es in keinem Attribut (z. B. Farbe, Grös­se, Form, Typ, Lage, Preis) schlechter und in mindestens einem besser ist. Dem Forschungsteam gelang es zudem, die präferenzbasierte Suche mit der Standarddatenbanksprache SQL durch sogenannte Block Nested Loops zu beschleunigen, damit Kunden nicht abspringen, weil die Anfrage zu lange dauert.

Die neuen Algorithmen erkennen auch Ähnlichkeiten von Produkten, bieten Alternativen an und geben Empfehlungen, woraus sich ein Vorteil vor allem für kleinere Märkte wie den der Schweiz ergibt. PrefCom wird von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützt und ist ab Herbst 2017 erhältlich.

Nächste Seite: Näher an den Kunden ran

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.