Top 500: Die Tops & Flops der Schweizer ICT-Branche

» Von Jens Stark , 17.09.2012 10:04.

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Licht und Schatten

Das Überholmanöver Apples sichert dem Unternehmen auch den Platz zuoberst auf dem Podest, was das Wachstum in absoluten Zahlen angeht. Mit 640 Millionen Franken mehr Umsatz im Jahr 2011 lässt es sogar die am stärksten zulegenden Firmen der Schweizer ICT-Szene weit hinter sich. Silber und Bronze holen sich Google sowie Cisco und Oracle mit einem Plus von 160, respektive 150 Millionen Franken. Dieser Zuwachs entspricht etwa einem Viertel dessen, was Apple zugelegt hat. Allein mit dem Plus von 640 Millionen Franken läge Apple unter den Top 20 ICT-Firmen der Schweiz! Dies, um die Grössenordnung des Wachstums des iPad- und iPhone-Herstellers aufzuzeigen.

Interessant ist auch, dass die Mehrzahl der in den Top-Gewinnern aufgeführten Firmen organisch so viel zulegen konnten – von kleineren Akquisitionen der internationalen Unternehmen einmal abgesehen. Einzig Canon hat sich in der Schweiz mit Océ einen grösseren Fisch einverleibt und konnte dadurch um 134 Millionen Franken zulegen. Dadurch erklärt sich auch das mit über 60 Prozent relativ hohe prozentuale Wachstum des Imaging-Spezialisten, das der Firma – neben Apple – auch im zweiten, prozentualen Top-10-Ranking einen Platz sichert.

Nicht mehr ganz so organisch ist das Wachstum, wenn es um jene Unternehmen geht, die prozentual am meisten zulegen konnten. So ergibt sich das mit über 150 Prozent sehr stürmische Zulegen von UMB aus dem Zusammenschluss der Firmen UMB mit Paninfo. Hinzu kommt ein Teil organisches Wachstum, sind doch die beiden Hochzeiter im florierenden Sourcing- und Beratungsgeschäft tätig.

Dass auch mit grösseren Aufträgen das Wachstum auf fast unnatürlich anmutende Art gesteigert werden kann, beweisen dagegen die zweit- und drittrangierten Firmen Ergonomics und Information Factory. Beginnend auf relativ tiefem Umsatzniveau gelang es Ergonomics, mehr Erlös mit dem Kunden PostFinance zu erzielen, während Information Factory im Berichtsjahr zwei Grossprojekte an Land ziehen konnte: mit der Steuerverwaltung des Kantons Zürich und einem Kunden in England.

Andere Umsatzbolzer wie Rtwebdesign, Netgear und Gulp haben das Glück, in einer Teilsparte der ICT-Branche tätig zu sein, deren Dienstleistungen und Produkte sich einer besonders starken Nachfrage erfreuen.

Bei so viel Licht muss sich unweigerlich auch Schatten finden: So mussten einzelne Marktteilnehmer herbe Verluste hinnehmen. Einer der Gründe ist der starke Franken und die ungünstige Wechselkursentwicklung. Während die letztjährige Kursentwicklung importorientierten Firmen eher zum Vorteil gereichte – sie konnten die Ware billiger oder mit höherer Marge verkaufen –, leiden exportorientierte unter der Tat­sache, dass der Schweizer Franken vielen als Fluchtwährung dient. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang etwa Huber+Suhner. Daneben gibt es Firmen, die einen Teil ihres Geschäfts – da im europäischen Ausland getätigt – in Euro abrechnen. In der in Schweizer Franken gehaltenen Jahresrechnung macht sich dies dann in sinkenden Umsatzzahlen bemerkbar, obwohl eigentlich nicht «schlecht» geschäftet wurde. Dieser Umstand trifft beispielsweise auf den IT-Dienstleister und Systemintegrator Fincons Group zu, der 20 Millionen Franken weniger erwirtschaften konnte.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Altlasten und sinkende Margen

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