Top 500: Die Tops & Flops der Schweizer ICT-Branche

» Von Jens Stark , 17.09.2012 10:04.

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Verhaltener Optimismus

So durchmischt die Umsatzergebnisse sind, so verhalten optimistisch geben sich die Unternehmen, wenn es darum geht, die ICT-Konjunktur für das laufende Jahr zu beurteilen. Nur noch 3 Prozent gehen von einem kräftigen Aufschwung aus. 60 Prozent meinen dagegen, dass der Branche ein leichter Aufschwung bevorstehe. Genau ein Drittel, nämlich 33 Prozent, sehen einer Stagnation entgegen. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass nur eine einzige der 410 Firmen, die an der Umfrage teil­genommen haben, für das laufende Jahr eine stark rückläufige ICT-Konjunktur erwarten, während 4 Prozent von leicht rückläufigen Werten ausgehen.

Die verhaltene Einschätzung ist sicherlich eine Folge der Turbulenzen im Euroraum. Die Hochstimmung des Vorjahres, als nach der
Finanz-, aber noch vor der Eurokrise gut 10 Prozent von einem kräftigen Aufschwung ausgingen, ist somit passé. Am Abgrund wähnen sich die Unternehmen aber dennoch nicht.

Vielmehr wird verhaltener Optimismus  wahrgenommen. «Es ist stark zu vermuten, dass die Investitionsneigung im Schweizer Markt besser war und ist als in einigen anderen europäischen Ländern, die direkter von der Eurokrise betroffen sind», analysiert Hauke Stars, General Manager von Hewlett-Packard (HP) Schweiz. Hinzu komme, so die HP-Schweiz-Chefin, dass Schweizer Unternehmen in besonders hohem Masse bereit seien, IT zur Stärkung ihrer – auch internationalen – Wettbewerbs­fähigkeit einzusetzen.

Für Herstellerfirmen wie HP ist somit der starke Franken mehr ein Segen als ein Fluch. Stars: «Die schwierige Wechselkurssituation hat diese Neigung erhöht: Schweizer Unternehmen wollen noch effizienter – und damit exportfähiger – werden, der gezielte Einsatz von IT ist ein Mittel dafür.»

Das sieht Christian Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung von IBM Schweiz, ganz ähnlich. Er räumt zwar ein, dass der «starke Schweizer Franken und die Schuldenkrise unsere Kunden vor grosse Herausforderungen stellen». In der Folge müssten sie ihre IT und Geschäftsprozesse weiter optimieren. «Dem erhöhten Kostendruck kann mit neuen Technologien begegnet werden, und wir können mit unseren Kunden Lösungen und Anwendungen erarbeiten, die an die veränderten Bedingungen angepasst sind», sagt Keller. «Dies ermöglicht eine weitere Industrialisierung der IT», ist der IBM-Schweiz-Chef überzeugt.

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