«Nicht jeder CIO braucht eine IT-Ausbildung»

» Von Mark Schröder , 20.07.2016 12:00.

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Bitte definieren Sie Digitalisierung.

Huber: Unter Digitalisierung oder besser gesagt unter «digitaler Transformation» verstehen wir die Kombination der Anpassungen oder Veränderungen in Strategie, Geschäftsmodell, Organisation, Prozessen, Kultur und Leadership in Unternehmen durch Einsatz digitaler Technologien. Dies mit Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern.

Die Plattform digital.swiss zeigt sehr deutlich auf: Digitalisierung ist sehr spezifisch für jede Branche und dann auch noch jeden Bereich. Die Auswirkungen und auch Möglichkeiten sind mannigfaltig. 

In unserer Umfrage unter Schweizer Führungskräften wollten wir auch wissen, was die Erfolgsfaktoren der Digitalisierung sind. Eine der häufigsten Antworten war: Anpassung des Geschäftsmodells und der Ertragsmechanik. Die Führungskräfte müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie den Fortbestand ihres Unternehmens sichern können vor dem Hintergrund, dass ausserhalb der Firmenräume Technologie unterwegs ist, die durchaus zu disruptiven Veränderungen führen kann. Diese Frage ist für jede Branche anders zu beantworten. 

Was haben Sie als Executive-Search-Boutique getan, um Ihr Geschäft zu digitalisieren?

Huber: Das Thema beschäftigt uns seit Jahren und wir haben fünf Massnahmen ergriffen. Erstens haben wir unsere Kostenstruktur laufend variabilisiert. Was immer von extern und über skalierbare Plattformen beziehbar ist, haben wir sorgfältig geprüft und vielfach auch zu Gunsten einer eigenen Infrastruktur/Dienstleistung genutzt. 

Zweitens nutzen wir vermehrt Partnerschaften mit Spezialisten und pflegen ein für uns relevanten Geschäfts-Ökosystem. So haben das Konzept des «Knowledge-Partners» implementiert. Dabei werden wir unsere eigenen Brachen und Funktionskompetenzen durch spezifisches Wissen assoziierter Partner verstärken. Den Start hierbei haben mit bei den Life Sciences gemacht. 

«Um Spezialisten aufzuspüren gibt es Social-Tools wie LinkedIn oder Xing»

Drittens haben wir die Kandidatenbeurteilung und Diagnostik verstärkt. Das ist eines unserer Markenzeichen. In Zukunft wird die Herausforderung weniger sein, die gesuchten Spezialisten aufzuspüren. Dafür gibt es Social-Tools wie LinkedIn oder Xing. Der Mehrwert einer Executive Search Dienstleistung wird sich vermehrt in die Bereiche Attraktion der Talente und deren Beurteilung verschieben. 

Viertens konzentrieren wir unseren Marktauftritt noch gezielter auf unsere Branchen- und Themenberatungskompetenzen. So gehen wir den Markt für Führungskräfte und Fachspezialisten in der ICT/Digitalisierung noch aktiver an. Das haben wir als Generalisten früher weniger ausgeprägt gemacht. 

Und fünftens haben wir unsere Firma, welche seit 30 Jahren erfolgreich am Markt operiert, als Plattform für neue unternehmerische Beraterpersönlichkeiten selektiv geöffnet und weiterentwickelt. Dabei ist uns wichtig, progressiv denkende Kollegen ins Team zu bringen, welche unseren professionellen Standards entsprechen.  

Unser Kerngeschäft wird sich durch die digitale Transformation voraussichtlich nicht so rasch und fundamental verändern wie es die Musikindustrie, die Medien oder die Taxi-Unternehmen erleben. Aber auch uns ist klar, der rasante Wandel der Technologie sowie veränderte Kundenanforderungen erlauben kein Ausruhen auf dem Erreichten.

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KOMMENTARE

adeline russau: 21-07-16 10:21

Stimmt nicht jeder CIO bruacht das.. - jeder verd.. MENSCH braucht das !! - was denkt ihr euch eigentlich so den ganzen tag? öffnet mal die augen und haltet nach computer ausschau - und dan sagt mir ob da mehr computer oder mehr menschn waren..

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