Neu auf dem Chefsessel?

» Von Roland Förster, Therese Schneider / Weka *, 07.11.2016 10:13.

Die Herausforderungen der ersten 100 Tage erfolgreich meistern

Führungswechsler müssen sich in den ersten 100 Tagen in ihrer neuen Position mit mehreren dieser Herausforderungen auseinandersetzen:

Hohe Erwartungen

Erwartungen werden als sofort zu erfüllende Aufgaben betrachtet oder aber - vor allem, wenn sie unausgesprochen bleiben - ignoriert. Wenn man sich jedoch bei einem Führungswechsel mit den gestellten Erwartungen auseinandersetzt, können dadurch genau die Energien freigesetzt werden, die nötig sind, um Dinge zu bewegen und Altbewährtes infrage zu stellen.

Fehlende Schlüsselbeziehungen

Schlüsselbeziehungen werden nicht emotional wahrgenommen. Es gilt, Arbeitsbeziehungen nicht nur rein sachlich als Bestandteil eines Organigramms zu verstehen, sondern zu tragfähigen, für die eigene Position nützlichen Kontakten auszubauen. Gelingt dies nicht, dann fehlen wichtige Netzwerke und die neue Führungskraft ist isoliert. Führungswechsler müssen akzeptieren, dass sie Beziehungskapital aufbauen müssen – trotz aller Herausforderungen auf der Sachebene. Machtumfang und Einflussmöglichkeiten der eigenen Position werden überschätzt, der Führungswechsler verhält sich dominant. Doch erst wenn er die neue Rolle glaubwürdig ausfüllt und Vertrauen schafft, entsteht die Art von Macht und Einfluss, die eine Führungskraft erfolgreich macht.

Unklare oder widersprüchliche Aufträge

Aufträge sind unklar oder gar widersprüchlich formuliert, die bzw. der „Neue“ wird in die falsche Richtung geschickt. Bei einem Führungswechsel stehen alle Führungswechsler vor der Aufgabe, für sich selbst einen Auftrag zu definieren und entsprechenden Rückhalt in der Organisation zu gewinnen.

Schwierige Business-Situation

Die Business-Situation ist schwierig und stellt den Führungswechsler vor grosse Herausforderungen. Die Führungskraft läuft Gefahr, neben der Bewältigung der unmittelbaren geschäftlichen Aufgaben die strategische Perspektive zu verlieren – anstatt die aktuelle Situation als Stellhebel für notwendige Veränderungen zu nutzen.

Undurchschaubare interne Prozesse

Politik und System des Unternehmens sind schwer durchschaubar. In den ersten 100 Tagen in der neuen Position hat die Führungskraft kaum die Zeit, die Zusammenhänge zu verstehen. Wenn es dem Führungswechsler jedoch gelingt, sich in das System zu integrieren, ist eine wichtige Grundlage für den persönlichen Erfolg geschaffen. Oft fehlt es der Führungskraft an Bewusstsein für die eigene Identität, Rolle und Verantwortung. Gerade in der Startphase ist es nur natürlich, wenn die Führungskraft die neue Rolle noch nicht vollständig für sich interpretiert hat. Doch erst wenn das geschehen ist, kann sie mit ihrer ganzen Persönlichkeit Wirkung und Überzeugungskraft entfalten.

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