Neu auf dem Chefsessel?

Führungswechsel bringen immer Veränderungen. Für Arbeitnehmer und den neuen Chef. Einige Ratschläge, um den Übergang zu erleichtern.

» Von Roland Förster, Therese Schneider / Weka *, 07.11.2016 10:13.

*  Der Artikel wurde ursprünglich auf «weka.ch» publiziert. Dr. Roland Förster ist Senior Consultant und Managing Partner der Managementberatung fgi Fischer Group International GmbH, die seit August 2012 auch in Zürich einen Sitz hat. Therese Schneider ist dipl. Betriebsökonomin und hat einen MAS in Ausbildungsmanagement.

Führungswechsel bringen immer Veränderungen. Für beide Seiten. Denn häufig sind schwierige Ausgangssituationen anzutreffen mit vielen Beteiligten. Offene und unausgesprochene Erwartungen stehen oft in deutlichem Widerspruch zueinander. So sind zum Beispiel Seiteneinsteiger dem stillen Vorwurf aus der Organisation ausgesetzt, die Neubesetzung aus den eigenen Reihen nicht geschafft zu haben. Neben den harten Fakten kommt es im Führungswechsel viel mehr als gewöhnlich auf die weichen Erfolgsfaktoren an. Viele Führungswechsel scheitern an der Gestaltung der Schlüsselbeziehungen. 

Typisch sind die verschiedenen Ausgangssituationen unter den Führungswechslern: Die Aufsteiger müssen sich „freischwimmen“ und positionieren, um als Führungskraft in der neuen Rolle anerkannt zu werden. Die Herausforderung der Seiteneinsteiger liegt darin, sich als Aussenseiter in eine neue Kultur zu integrieren und sich hier zu vernetzen. Die Aufgabe der Veränderer ist es, Widerstände abzubauen und andere zu einer aktiven Beteiligung zu motivieren. Durchstarter: Sie müssen Souveränität und Persönlichkeit entwickeln.

Bieten Sie den neuen Chefs Unterstützung

Der Aufsteiger aus den eigenen Reihen: Mitarbeiter sind ehemalige Kollegen.

Die Situation:     

  • Gegenseitige Schwächen sind bekannt    
  • der Wechsel in die Führungsrolle gelingt nicht automatisch    
  • Erwartungslandschaft ist widersprüchlich 

Die typischen Fallen:     

  • sich jetzt distanziert geben    
  • ständig die Nähe zu Mitarbeitern betonen    
  • wenig Fragen stellen, da ja alles bereits vertraut

Der Seiteneinsteiger: Experte von aussen, von dem sich alle viel erhoffen.

Die Situation:     

  • keine Vernetzung im Unternehmen    
  • kulturelle Regeln sind nicht bekannt    
  • Auftrag ist mehrdeutig    
  • Mitarbeiter und Kollegen sind heimliche oder enttäuschte Mitarbeiter 

Die typischen Fallen:     

  • Sacharbeit wird vor die Beziehungsarbeit gestellt    
  • sich zu stark auf den Vorgesetzten verlassen    
  • Unterschätzen der Bedeutung kultureller Unterschiede

Der Veränderer: Hat Erfahrung und einen strategischen bedeutsamen Veränderungsauftrag. 

Die Situation:     

  • Erwartungsdruck ist hoch    
  • Wechsler wird als Retter gehandelt oder extrem skeptisch betrachtet    
  • Zeitdruck ist sehr hoch    
  • Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter und Kollegen ist gering. 

Die typischen Fallen:   

  • den Erwartungsdruck unreflektiert übernehmen    
  • in Konkurrenz gehen mit dem Vorgänger    
  • das Bedürfnis der Mitarbeiter nach Stabilität und Sicherheit ignorieren

Der Durchstarter: Steht noch am Anfang seiner Karriere. Man schreibt ihm viel Potential zu.

Die Situation:     

  • verfügt über hohes fachliches Know-how, aber geringe Führungs- und Berufserfahrung   
  • trifft auf Vorurteile, Neid oder Bewunderung   
  • unter den Kollegen befinden sich enttäuschte Mitbewerber    
  • stellt hohe Erwartungen an sich selbst 

Die typischen Fallen:     

  • keine Schwächen oder Unsicherheiten zeigen    
  • Effizienz und Perfektion über alles stellen    
  • den Blick nur nach oben richten    
  • Missachtung der Erfahrung langjähriger Mitarbeiter

 

Praxis-Seminar

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Herausforderungen der ersten 100 Tage erfolgreich meistern

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.