«Die Lehre hält mit dem digitalen Wandel mit»

» Von Mark Schröder , 23.02.2017 14:30.

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Können Forschungsvorhaben und Lehrpläne mit dem digitalen Wandel mithalten? 

Ja, selbstverständlich! Es herrscht aktuell ein riesiger Hype um die Digitalisierung. Dabei ist es keine Revolution, sondern eine ganz normale Evolution. 

Wenn wir uns erinnern an die Einführung des PC Anfang der 80-er Jahre: Damals herrschte grosse Angst, dass der Computer Millionen von Arbeitsplätzen kostet. Nichts ist geschehen, die Angestellten arbeiten heute wie früher in Büros – nur eben am PC. In der Ausbildung entstanden neue Disziplinen und Fachrichtungen, an der grundsätzlichen Lehre hat sich aber wenig verändert. Eine ähnliche Entwicklung sehe ich auch jetzt. Insbesondere dank der angewandten Forschung können unsere Dozenten am Puls der Zeit bleiben und aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung in der Lehre einbringen. 

Wie zeitgemäss sind heute die Forschung und Lehre noch? Was müsste sich ändern? 

Im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung ist die FHNW an der Spitze dabei. In der Lehre hat der Wandel in Richtung digitaler Ausbildung erst begonnen. Dieses betrifft vor allem die Form, wie kann das Wissen vermittelt werden, weniger die Inhalte. 

Eine der führenden Hochschulen im Bereich der digitalen Ausbildung ist im Moment die EPFL mit ihren MOOCs (Massive Open Online Courses). 

Woran liegt es, dass die Fachhochschule noch zögert? Ist es das System oder sind es die Dozenten?

Das System würde sehr viele Optionen bieten – von Online-Kursen bis hin zu elektronischen Prüfungen. Neue Lernformen und Methoden benötigen Zeit, bis sie erstens akzeptiert werden, und auch so entwickelt sind, dass sie die gewünschten Resultate liefern. 

Zweitens birgt das e-Learning auch Gefahren: Es erfordert viel Selbstdisziplin. Die Fachhochschulen sind bekannt für den hohen Grad der persönlichen Interaktion zwischen den Studenten und den Dozenten. Gerade deshalb werden sie von vielen den Universitäten vorgezogen. 

Wie digital ist das Studium jenseits des Präsenzunterrichts? Sind Sie zum Beispiel immer per E-Mail und Handy erreichbar?

Sicher nicht immer. Aber die Studenten treiben uns Dozenten dazu, über die elektronischen Medien erreichbar zu sein. Nach den Vorlesungen werde ich häufig mittels E-Mail, der WhatsApp-Nummer oder Social Media kontaktiert. E-Mail ist heute Standard und wird von allen Studenten und Dozenten als Selbstverständlichkeit betrachtet. WhatsApp oder Social Media haben nicht bei allen Dozenten den gleichen Stellenwert. 

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