Die besten Bewerber warten nicht

Langwidrige Entscheidungsprozesse in Unternehmen und ein Mangel an qualifizierten Bewerbern erschweren die Rekrutierung heute. Die besten Bewerber wollen oft nicht warten.

» Von Mark Schröder , 01.09.2016 08:00.

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Jeder zweite Schweizer Arbeitgeber hat bereits einen Wunschkandidaten aufgrund der langen Wartezeit bis zur Personalentscheidung ziehen lassen müssen. Das erklärten 54 von 100 HR-Managern dem Personaldienstleister Robert Half. Das Unternehmen wollte sich mit der «Arbeitsmarktstudie» einen Überblick über Herausforderungen von Schweizer HR-Abteilungen verschaffen. 

Die HR-Manager beklagen sich laut der Studie, dass sich die Zeit bis zur Personalentscheidung in den letzten drei Jahren verlängert hat. 50 Prozent der Personaler sprechen von einer leichten Verzögerung bis zur Besetzung offener Stellen, 12 Prozent sogar von einem erheblichen Zeitverzug. Kein Unternehmen hat es geschafft, den Rekrutierungsprozess deutlich zu beschleunigen. Nur 14 Prozent berichten, der Prozess habe sich «eher verkürzt».

Als Hauptgründe für langwidrige Rekrutierungsprozesse identifizieren die HR-Manager den Mangel an qualifizierten Fachkräften. So gaben 58 Prozent der Personaler an, es sei zuletzt immer schwieriger geworden, qualifizierte Bewerber zu finden. Fast jeder Zweite (44 Prozent) behauptet, die Bewerber würden den Prozess selbst verlängern, indem sie mittendrin andere Angebote annehmen. Weitere 42 Prozent erklären, dass die gestiegenen Ansprüche der Bewerber an den Arbeitgeber die Rekrutierung verzögerten. 40 Prozent nennen zusätzliche Gesprächsrunden als Bremse.

Der Personaldienstleister ermahnt die Schweizer Unternehmen zu ihrem eigenen Besten, die Rekrutierungsprozesse zu straffen. «Zu lange Entscheidungswege bei der Personalfindung erzeugen Vorbehalte bei den Bewerbern», sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half, in einer Mitteilung. «Entsteht während der Rekrutierung bei den Kandidaten das Gefühl, die eigene Karriere würde durch lange Entscheidungsprozesse ausgebremst, kann das zum entscheidenden Nachteil für das Unternehmen werden.»

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