«Die 190'000 Stellenanzeigen schöpfen wir kaum aus»

» Von Mark Schröder , 26.10.2017 11:00.

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Hat sich der Rekrutierungsprozess unterdessen also kaum verändert?

Nein. Bis zu einem gewissen Grad läuft der Rekrutierungsprozess immer noch so ab wie vor 18 Jahren. Es treffen Bewerbungen in der einen oder anderen Art ein. Das Handling ist aufgrund der digitalen Bewerbungsdokumente einfacher geworden, aber der vor- und nachgelagerte Prozess ist noch immer der gleiche. Auch früher gab es Profile, die schwer zu finden waren, zum Beispiel in der Informatik. Hier ist Active Sourcing erforderlich. Dafür sind heute die Möglichkeiten vielfältiger durch die Vernetzung und die sozialen Medien. Aber auch hier gilt: Der Rekrutierungsprozess ist nahezu identisch.

Gibt es auch bei JobCloud noch immer den gleichen Rekrutierungsprozess wie vor 18 Jahren?

Nein. Ich halte mein HR-Team an, alle neuen Tools auszuprobieren. Unsere Stellen werden auf allen möglichen Plattformen ausgeschrieben – auch bei den Mitbewerbern. Es geht auch darum, zu verstehen, welche Tools funktionieren und welche nicht. 

Danke für die Vorlage. Wo funktioniert die Rekrutierung besonders gut, was funktioniert gar nicht?

Danke Ihnen für die Vorlage. [lacht] Die Ausschreibung auf jobs.ch und jobup.ch funktionieren hervorragend! Ein Inserat auf diesen Portalen ist aus meiner Sicht immer noch die effizienteste, preisgünstigste und schnellste Möglichkeit, geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren. Für die Bewerber ist es bequem, eine zentrale Anlaufstelle zu haben, auf der sie passende Jobs finden und sie sich per Mausklick bewerben können.

Gar nicht funktioniert haben Videos für die Vorselektion. Wir haben von Kandidaten im Vorfeld der eigentlichen Bewerbung ein kurzes Bewerbungsvideo verlangt. In diesem Film mussten sie drei Fragen beantworten. Die Abbruchrate war allerdings nahe bei 100 Prozent.

Offenbar sind Multimedia und Video noch nicht angekommen in der Rekrutierung. Erwarten Sie künftig mehr Interaktivität bei den Job-Anzeigen?

Ich bin überzeugt, dass die Stelleninserate interaktiver werden. Allerdings haben wir als Plattformbetreiber wenig Einfluss auf den Inhalt der Ausschreibungen. Wir können den Kunden nur die Rückmeldung geben, dass ein wenig ansprechendes Inserat die Erfolgsaussichten schmälert. Jüngst habe ich genau das Gegenteil erlebt: Mein Barbier sucht alle Jahrzehnte mal einen neuen Mitarbeiter. Er hat ein ganz witziges Inserat getextet, auf das er viele Bewerbungen erhalten hat. Wenn sich die Kunden etwas einfallen lassen, ist die Resonanz grösser. Es muss einfach immer authentisch sein.

Ein gutes Beispiel für interaktive Inserate sind die VBZ. Dort kann der Bewerber mittels einer Illustration des Zürcher ÖV-Netzes auf spielerische Art und Weise erfahren, welches die Vorzüge der VBZ als Arbeitgeber sind. In das ÖV-Netz integriert ist ein Unternehmensvideo, in welchem Interessierte mehr erfahren. Diese Interaktivität spricht Kandidaten sicher mehr an. 

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