Coaching fürs mittlere Management

» Von Michael Zollinger, 11.01.2011 06:00.

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Jobverlust auch im Kader

Eine eher neuere Erscheinung ist, dass auch Kaderleute häufiger ihren Job verlieren. Betrachtet man die Art des Stellenabbaus während der letzten Wirtschaftskrisen etwas genauer, so fällt auf, dass vermehrt das Kader betroffen war. Zudem vernichtet die Globalisierung – und die damit einhergehenden Fusionen – unter dem Strich Führungsjobs. Hilfestellungen in Sachen Jobsuche sind bei Führungskräften zunehmend gefragt; nicht selten auch entsprechende rechtliche Unterstützung, etwa wenn es im Zusammenhang mit Kündigungen zu Konflikten mit dem Arbeitgeber kommt.

Auch erzwungene Pausen aus gesundheit­lichen Gründen kommen heute häufiger vor als noch vor zehn, fünfzehn Jahren. Die letzte schweizerische Gesundheitsbefragung brachte es unmissverständlich zutage: In unserer stark vom Dienstleistungssektor geprägten Arbeitswelt sind psychische und nervliche Belastungen mittlerweile stärker verbreitet als physische Probleme bei der Arbeit. Mehr als ein Drittel berichtet laut der Befragung von belastenden Spannungen am Arbeitsplatz. Im schlimmsten Fall – häufig kombiniert mit chronischer Überbelastung – werden diese so erdrückend, dass es zum erzwungenen Time-out kommt. Kader sollten alles tun, um solch drastische Einschnitte zu vermeiden.

Die viel zitierte gesunde Work-Life-Balance hat sich zu Recht zum allgegenwärtigen Thema auch in Weiterbildungsangeboten gemausert. Die SKO hat dazu aktuell eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durchgeführt, die Ergebnisse finden Sie in der aktuellen Ausgabe des SKO-Leader.

Networking schon in guten Zeiten

In allen Ratgebern, die den schnellen beruf­lichen Erfolg versprechen, wird auf die Wichtigkeit eines permanenten Networkings hingewiesen. Ganz normale Apéros werden heute – ganz erfolgsorientiert – «Networking Event» genannt. Doch worauf kommt es beim Networking eigentlich an?

«Netzwerken ist vor allen Dingen ein zeitaufwendiges Engagement, ein Geben und nicht ein Nehmen. Man muss sich gut überlegen, welche Personen, Unternehmen, Vereine, Alumni, und Veranstaltungen effektiven Mehrwert bringen», rät Philippe Hertig von Egon Zehnder Interna­tional und warnt vor zu viel Präsenz: «Ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen wird rasch als unse­riöser Partygänger verschrien.» Zum Unterhalt eines persönlichen Netzwerks gehört auch der ehrliche und regelmässige Kontakt mit ehemaligen Chefs, Mitarbeitenden, Geschäfts­kollegen, Kunden und Lieferanten.

Coaching und Laufbahnberatung

Laufbahnbegleitung bedeutet, sich externes Know-how nutzbar zu machen. Coaching und Laufbahnberater erleben in jüngster Zeit Hochkonjunktur. Sei es bei jungen und unerfahrenen Führungskräften aber auch bei älteren Mitgliedern des Kaders, deren fachliche Ausbildung weitgehend abgeschlossen ist, die sich aber bei den überfachlichen Qualifikationen individuell weiterentwickeln möchten oder auch müssen. Erfolgreiches Coaching ist letztlich ein Selbstreflexionsprozess, den die Führungskraft durchläuft und der sich an einem selbst definierten Ziel orientiert. Vor allzu hohen Erwartungen warnt Philippe Hertig: «Der beste Führungscoach ist das unmittelbare und offene Feedbackgespräch. Das regelmässige Feedback von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitenden ist immer noch das beste Mittel, um sich persönlich weiterzuentwickeln.»

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