Umzug aufs neue Windows 7

Unternehmen haben mit der Vista-Migration gezögert - nun drängt die Zeit. Mit akribischer Vorbereitung und den richtigen Werkzeugen gelingt der Umstieg von XP auf Windows 7 reibungslos - auch für mehrere Hundert Clients.

    

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» Von Christopher Harms, 08.02.2010 06:00.

Das Tal der Tränen scheint im neuen Jahr endlich durchwandert: Unternehmen schöpfen nach der Finanzkrise neuen Mut für Investitionen. Nachdem die meisten Kunden Vista verschmähten, erwartet Microsoft jetzt eine Migrationswelle auf Windows 7. Die Marktforscher denken ähnlich: In den kommenden drei Jahren werden 59 Prozent aller im Unternehmensbereich genutzten Desktop-PCs mit Windows 7 ausgestattet sein, sieht etwa IDC voraus.

Es sieht so aus, als brächen jetzt die Dämme. Bisher waren diese noch zu stark, so eine Studie von Symantec: Zwei Drittel der befragten CIOs in Europa bezeichneten sich als besonders vorsichtig. Aus Angst vor der Migration sind sie bislang bei Windows XP geblieben. Dabei ist der Umstieg keine Zauberei. Wenn Administratoren umsichtig planen und die richtigen Werkzeuge verwenden, gelingt auch in grossen Organisationen mit Hunderten von Clients ein weitgehend automatisierter, effizienter und damit auch kostengünstiger Umstieg.

Gute Planung ist alles

Am Anfang steht die Erfassung von Informationen über die IT-Umgebung. Windows 7 läuft - anders als Vista - auch auf älteren PCs ordentlich. Nutzen Sie dennoch die von Microsoft angebotenen Werkzeuge: Das «Microsoft Hardware Assessment Planning» und das «Microsoft Application Compatibility Toolkit» können parallel zur Deployment-Lösung eines Drittherstellers verwendet werden. Damit können Administratoren noch mehr aus ihrer Infrastruktur herausholen, indem sie die Gelegenheit zur Entschlackung nutzen. Hardware, Software, Netzwerk - was ist für das Unternehmen und seine Geschäftsprozesse noch relevant, was muss nicht mehr «mitgenommen» werden? Die Migration auf Windows 7 ist eine ideale Gelegenheit, die IT-Leichen aus dem Keller zu holen und zu entsorgen, Lizenzen zu überprüfen und zu optimieren. Mithilfe einer Informationsmanagement-Lösung können Admins das Migrationsrisiko senken, Informationen korrekt verwalten - und im Falle einer Komplikation lässt sich der Betrieb problemlos wieder aufnehmen.

Dazu ist auch ein durchdachtes Daten-Backup unerlässlich. Ordnung ist sowieso das halbe Geschäftsleben: Anwender freuen sich über neu gewonnenen Platz auf ihrer Festplatte und aktuellste Programme, die aber mit Vorteil nicht ins Image von Windows 7 gepackt werden sollten. Administratoren sollten Standard-Images herstellen und nur die allernötigste Software integrieren, um Komplikationen zu vermeiden und den Migrationsvorgang reibungslos zu gestalten. Die restlichen Applikationen - aktuelle Sicherheits-Software inklusive - können dann getrennt vom Betriebssystem in ein separates Image eingespielt werden - massgeschneidert für Anwender und User-Gruppen. Um der Überlastung der Servicedesks vorzubeugen, sollten dort die Anwendungen samt Benutzerprofilen zusammengefasst werden.

Die richtigen Werkzeuge

Das «Microsoft Deployment Toolkit 2010» (MDT) wird von Microsoft als Prozess- und Toolset für die Automatisierung der Desktop- und Server-Implementierung empfohlen. Es ist kostenlos und gerade deshalb für viele Kunden attraktiv. Es gibt jedoch viele technische Funktionen, die für den Einsatz in Unternehmen noch nicht bereit sind. So muss etwa der Administrator stets am Computer sitzen. Vollautomatische Migrationen sind erst mit einer kostenpflichtigen, zusätzlichen Lösung möglich. Teile der Software setzen Kenntnisse in Kommandozeilen-anwendungen, Scripting und XML-Bearbeitung voraus. Bei grossen Netzwerkumgebungen sind zusätzliche Hardware- und Konfigurationsanpassungen nötig - mit je einem Windows-2008-Server in jedem Netzwerksegment oder der Neukonfiguration der Router für Broadcast-Traffic. Das Toolkit betrachtet zudem für die Bandbreitensteuerung nur das lokale Netzwerk. Deshalb kann es zu einer Überlastung des Netzwerks kommen, wenn etwa Daten über das langsame WAN übertragen werden. Unternehmen, die ihre eigenen Software-Pakete erstellen wollen, werden allein gelassen: MTD besitzt keinerlei Packaging-Funktionen. Ausserdem unterstützt es nur ein einziges Imaging-Format - das hauseigene.

Dritthersteller bieten hingegen ganze «Werkzeugkoffer» an. Die Altiris Deployment Solution (ADS) von Symantec etwa ist eine eigenständige Lösung, bestehend aus einer Konsole und einer Datenbank. Mit integrierter Funktionalität, vom Packaging über die Unterstützung von PXE (Preboot eXecuting Environment) bis zum Backup. Vor allem aber lassen sich damit Migrationen unabhängig vom Betriebssystem, vom Imageformat und ohne Fachwissen durchführen - in allen Netzwerksegmenten und mit granularer Bandbreitensteuerung sowie Multicasting für die Implementierung von Betriebssystem und Software. Letztere lässt sich mit der Client Management Suite nach der Betriebssysteminstallation auch richtlinienbasiert verteilen - die Lösung greift auf die zuvor gesammelten Inventardaten zurück und bestückt Computer, die bestimmten Kriterien entsprechen.

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