Starkes Duo für effizientere Prozesse

Windows 7 bringt zwei gute Argumente für Unternehmensanwender mit: DirectAccess unterstützt den Aussendienst, BranchCache die Mitarbeiter in den Zweigstellen.

  

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» Von Christian Haas, 09.02.2010 06:00.

Geschäftsführer Arthur Ross im Hauptsitz stimmt mit Projektleiter Michael Schmidt die Aufträge für die nächsten Monate ab. Schmidt ist unterwegs zur Unternehmenszweigstelle in Lausanne und empfängt via Handy-Netz an der Autobahntankstelle die detaillierte Projektbeschreibung. Die Übertragung des umfangreichen Dokuments geht flott. Früher musste Schmidt auf den Aufbau der VPN-Verbindung minutenlang warten. In Lausanne angekommen holt sich der Projektverantwortliche die komplette Auftragsdokumentation vom Firmenserver - insgesamt neun Gigabyte. Schmidt empfängt die Dateien mit einer Geschwindigkeit, die er ansonsten nur vom lokalen Kopieren her kennt. Die Dokumente editierten zuletzt die Zweigstellenmitarbeiter.


Die schnelle Datenübertragung über sichere Leitungen ohne VPN übernimmt auf dem Windows-7-Notebook von Projektleiter Schmidt die Funktion DirectAccess. Für den raschen Transfer vom Windows Server 2008 R2 in der Firmenzentrale auf die Windows-7-Clients in der Filiale sorgt BranchCache.

Notebooks immer Online

DirectAccess ermöglicht den automatischen Zugriff auf Ressourcen im Firmennetz über eine bestehende Internetverbindung - basierend auf IPSec und IPv6. Es ist auch ein Tunneling über IPv4 möglich. Auf den Clients und den DirectAccess-Servern muss IPv6 konfiguriert sein, auf der Hardware dazwischen - etwa Router oder Switches - nicht zwingend. Die Technologie ist für Windows 7 in Verbindung mit Windows Server 2008 R2 einsetzbar und erspart die Anschaffung teurer VPN-Soft- und -Hardware von Drittanbietern.

Mit DirectAccess wird das Management mobiler Endgeräte wie Notebooks bei der Anwendung von Gruppenrichtlinien (GPOs) und Software-Updates vereinfacht. Grund ist, dass die Clients aus Sicht des IT-Backends praktisch immer online und erreichbar sind, sobald eine Internetverbindung besteht.

Zusammengefasst bietet DirectAccess Notebook-Nutzern Zugriff auf das Firmennetzwerk ohne VPN. Hiervon profitieren Unternehmen, die vermehrt auf die Mobilität ihrer Belegschaft setzen. Bereits heute zählt in vielen Konzernen die Hälfte der Belegschaft zur mobilen Workforce. Mit voranschreitender Globalisierung und der wachsenden Zahl an Heimarbeitsplätzen ist zu erwarten, dass sich dieser Anteil in den kommenden Jahren weiter signifikant erhöht.

Schnellere Dokumentenzugriffe

Die Windows-7-Funktion BranchCache bringt einen Mehrwert, wenn ein Unternehmen eine Zentrale und mehrere ins Netz eingebundene Zweigstellen besitzt. Attraktiv wird BranchCache, wenn die Verbindung zwischen Hauptbüro und Filiale entweder eine geringe Bandbreite hat, sehr ausgelastet ist oder die übertragene Datenmenge hohe Kosten verursacht. Windows-7-PCs mit BranchCache speichern dann übers Netzwerk übertragene Dateien zwischen. Dieses «Transparent Caching» übernimmt der SMB-2.0-Server. Der Clou: Ein erneuter Zugriff auf die gleiche Datei erfolgt aus dem Cache in der Zweigstelle und nicht über das Hauptbüro. Das Zwischenspeichern findet im Offline-Cache statt, Windows-7-Clients können sich diese Dateien auch untereinander zur Verfügung stellen.

Beim Zugriff auf Inhalte müssen Anwender in Zweigstellen nicht mehr warten, bis Dateien aus dem Hauptbüro heruntergeladen sind. In einem Filialbüro sollte diese Aufgabe von einem Server übernommen werden («Hosted Cache»). Dabei stellen eindeutige File-IDs sicher, dass Zugriffsrechte weiterhin Gültigkeit haben. Der «Hosted Mode» ist auch für die Anbindung kleiner Standorte interessant, sodass BranchCache nicht nur globale Grosskonzerne anspricht.

Ist in der Zweigstelle kein eigener Server vorhanden, kommt der «Distributed Cache» zum Einsatz. Um diesen serverlosen Service nutzen zu können, sind allerdings Broadcasts im lokalen Netzwerk erforderlich. Dies ist in Unternehmen häufig nicht erwünscht.

BranchCache verringert die Zeit für das Herunterladen von Dateien über das Netzwerk für die Benutzer in Zweigstellen. Diese Funktion bietet Unternehmen zwei Vorteile: Aus Endnutzersicht geht es schlicht schneller. So kann der Anwender eher seiner eigentlichen Arbeit nachkommen und seine Produktivität steigt. Aus Sicht des IT-Backends wird zudem die benötigte Bandbreite für WAN-Strecken vermindert. Dies spart direkt Kosten für die entsprechenden Leitungen.

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