SAP-Monitoring: Transparenz bei KPIs
Viele Firmen vergleichen bei der KPI-Messung Äpfel mit Birnen. Ein system-übergreifendes Kennzahlensystem hilft, Kosten zu kontrollieren und verhindert, dass Sie bei der Fehlersuche im Dunkeln tappen.

» Von , 11.05.2010 06:00.
Holger Hügel und Dr. Kürsad Gögen sind Product Manager bei der Realtech Software Products GmbH
Jede IT-Organisation muss heute in der Lage sein, auch Geschäftsprozesse zu implementieren und zu managen. Nur die IT kann eine Verbindung zwischen technischen Problemen und den dadurch in Mitleidenschaft gezogenen Prozessen herstellen. Sind Business- und IT-Prozesse exakt dokumentiert, kommt man Problemen schneller auf die Spur.
Um eine Prozessdokumentation zu erstellen, geht man am besten schrittweise vor: Ausgehend von fertigen SAP-Prozess-Templates, die standardisierte Geschäftsprozesse beschreiben, lassen sich SAP-Systeme auf die Implementierung bestimmter Geschäftsprozesse prüfen. Die während der Prüfung erfassten Transaktionen werden den jeweiligen Prozessschritten zugeordnet, wodurch schon einmal eine Basisdokumentation geschaffen ist. Anschliessend sollten noch die an die eigenen Anforderungen angepassten Prozessschritte eingepflegt werden.
Eine solche Prozessdokumentation ist in vielerlei Hinsicht nützlich. Sie hilft, Business Services zu kontrollieren, zu überwachen und deren Effizienz zu messen. Da die Dokumentation mithilfe einer standardisierten, produktneutralen Beschreibungssprache erstellt wird, profitieren Firmen auch beim Einsatz externer Lösungen davon. Dadurch gelingt es, das technische Monitoring der IT-Infrastruktur mit Prozessabläufen zu verknüpfen. Der Anwender erhält eine kombinierte Übersicht über die Geschäftsabläufe und die zugrunde liegende IT-Infrastruktur.
Kennzahlen im Überblick
Voraussetzung für ein praktikables Business Service Management ist die automatisierte Zusammenführung unterschiedlicher Parameter zu einem umfassenden Kennzahlensystem. Meist scheitern derartige Projekte an den im Unternehmen vorhandenen heterogenen IT-Infrastrukturen. Heterogene Systeme verhindern den sinnvollen Vergleich von Kennzahlen und Werten, weil die Messwerte auf unterschiedlichen Standards basieren. Schnell vergleicht man Äpfel mit Birnen. Hinzu kommt der Abgleich zwischen technischen und kaufmännischen Bewertungsparametern, der meist nur manuell möglich ist.
Erst mithilfe externer Lösungen lassen sich Kennzahlen aus unterschiedlichen Systemen in eine vergleichbare Form bringen. Dies erfolgt zunächst über einen automatischen Normalisierungsprozess; danach werden die Daten in einer zentralen Konfigurationsdatenbank (CMDB) abgelegt. Für den Anwender sind die Daten anschliessend unabhängig von ihrem Ursprung im Gesamtkontext interpretierbar.
Um bei der Beurteilung von Prozessen auch kaufmännische Einflussgrössen in das Monitoring aufnehmen zu können, sollte eine System-Management-Lösung auch die Anbindung an das Geschäftsprozess-Monitoring des SAP Solution Manager ermöglichen. Dies stellt sicher, dass auch die im SAP Solution Manager dokumentierten Geschäftsprozessschritte in Echtzeit überwacht werden. Die Kennzahlen der einzelnen sogenannten Business Process Steps lassen sich dann wie technische Messwerte als Kenn- oder Leitgrösse beim Monitoring von Geschäftsprozessen verwenden. Idealerweise sollte es auch möglich sein, Daten miteinander zu korrelieren, um in einer heterogenen Service- und Prozesslandschaft alternative Szenarien simulieren zu können.







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