Raus aus dem Silo-Denken
Trotz immer schnellerer Innovationszyklen schöpfen die meisten Unternehmen die existierenden Möglichkeiten zur Optimierung des Kerngeschäfts nicht richtig aus. Das muss nicht so bleiben.

» Von , 01.07.2011 06:00.
Die Autorin ist Senior Consultant bei Swisscom Grossunternehmen und betreut die Bereiche Geschäftsprozesse und Organisationsveränderung.
Junge Unternehmen sind es in der Regel, die über strukturierte, moderne ICT-Infrastrukturen verfügen. Sie sind auf dem aktuellen Stand der Technik, schleppen keine Altlasten früherer Veränderungsprozesse mit und können im Geschäftsalltag relativ einfach Innovationen für ihr Unternehmen erschliessen. Business- und IT-Abteilungen arbeiten Hand in Hand über entsprechende Prozesse direkt am Kerngeschäft mit. Die damit gewonnene Dynamik befähigt die Unternehmen, rasch auf Marktveränderungen zu reagieren, und schafft dadurch klare Wettbewerbsvorteile. Soweit der Idealzustand.
Ganz anders sieht die Situation bei der Mehrheit der schon länger bestehenden Unternehmen aus. Die Verantwortung und Steuerung des Kerngeschäfts übernehmen hier zwar die Fachabteilungen des Business. Doch weil Informatik und Business organisatorisch meist getrennt sind und auch kaum mehr dieselbe Sprache sprechen, bestimmt die IT selbstständig darüber, welche ICT-Hilfsmittel und -Tools im Business zum Einsatz kommen. Die Einführung von technologischen Innovationen oder nur schon die Unterscheidung von wesentlichen und unwesentlichen neuen Anforderungen für das Kerngeschäft werden weitgehend von der IT verantwortet.
Nutzen, was schon da ist
Das Business ist an dieser Situation aber nicht unschuldig. Erkennt man auf Business-Ebene Schwachstellen oder Probleme, wird direkt die IT beauftragt, Abhilfe zu schaffen. Die eingeforderten Anpassungen werden dann mit neuen Funktionalitäten und Tools aufgesetzt. Und das, obwohl meistens die nötigen Ressourcen vorhanden sind, allerdings oft in veralteten Prozessen und Strukturen vergraben.
In der Folge werden die ohnehin im Laufe der Jahre gewachsenen Infrastrukturen noch unübersichtlicher. Derartiger Wildwuchs lässt sich daran ablesen, dass jeweils nur ein kleiner Teil der in den Unternehmen vorhandenen Tools und Funktionalitäten tatsächlich verwendet wird. Der Überblick über das Vorhandene ist auf der Strecke geblieben.







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