Querdenker mit Mehrwert

Der Aufschwung zeichnet sich ab, aber Zeit zum Zurücklehnen bleibt nicht. Drei Schweizer Top-Manager diskutieren über ihre besten Erfolgs-rezepte. Wie bringt man Effizienz und Innovation unter einen Hut?

    

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» Von Hansjörg Honegger, Michael Kurzidim, 12.03.2010 06:00.

Der Aufschwung kommt, aber was tun? Computerworld hat zusammen mit den drei Top-Managern Jacques Boschung (EMC), Thomas Sieber (Orange) und Peter Waser (Microsoft) Erfolg versprechende Post-Krisen-Strategien durchgespielt.

Computerworld: Das Top-Thema der X.Days heisst kreatives Querdenken. In den letzten eineinhalb Jahre haben Schweizer Unternehmen aber eher optimiert, verschlankt und ihre Kosten gesenkt. Wie bringt man innovatives Querdenken mit dem unglaublichen Kostendruck zusammen, dem die Firmen ausgesetzt sind?

Peter Waser: Querdenken braucht Freiraum und steht nicht im Widerspruch zum Verschlanken. Beides kann man parallel betreiben. Durch neue Technologien bewegen sich Mitarbeiter freier in ihrer Arbeitswelt. Auch räumlich kommt es da-rauf an, Arbeitswelten zu schaffen, in denen sich Mitarbeiter wohler fühlen.

Computerworld: Was dann wieder mit Investitionen verbunden ist.

Waser: Auf der einen Seite schon, auf der anderen Seite spart man aber auch Kosten. Wir nutzten vor der Krise dieses Potenzial nicht wirklich. Vielleicht hat es dazu den Druck der Krise sogar gebraucht. Technologien von Microsoft, Orange und EMC schaffen Freiräume und dadurch entstehen wiederum Investitionsspielräume. Das ist für mich kein Gegensatz.

Computerworld: Sie beurteilen die entsprechende Entwicklung der letzten eineinhalb Jahre sehr optimistisch.

Waser: Es sind sicher noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, aber ich denke, dass sich viele Firmen intensiv damit auseinandergesetzt haben. In «run the business», also in Verbesserungen der Infrastruktur, ist mehr investiert worden, in «change the business» eher weniger.

Computerworld: Durch Verschlankung und Effizienzbestrebungen werden Freiräume aber erst einmal eliminiert und nicht geschaffen.

Jacques Boschung: Ganz im Gegenteil, Prozesse zu verschlanken und dadurch Freiräume zu schaffen, gehen Hand in Hand. Der Geldtopf, aus dem man schöpfen kann, ist beschränkt. Ohne Verschlankung gibts nicht genug Geld für Innovation. EMC hat in der Krise sein Budget für Forschung und Entwicklung sogar erhöht und Firmen dazu gekauft.

Thomas Sieber: Firmen müssen lernen, wie man beides parallel erreichen kann. Effizienz und Standardisierung werden uns über die Krise hinaus permanent beschäftigen. Wichtig ist, das Innovationsmanagement in der eigenen Firma und Konzernstruktur gut zu verankern. Wir planen, zusammen mit der EPFL ein Technologie-Lab zu schaffen, das gezielt auf Innovation hinarbeitet.

Waser: Technologien wie Unified Communications oder Webkonferenzen existieren nicht erst seit gestern, nur hat man vor der Krise wenig Gebrauch davon gemacht. Durch Webkonferenzen gewinnen Firmen zeitliche und finanzielle Freiräume.

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