Outsourcing: Welcher Weg ist der richtige?

  

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» Von , 05.04.2010 06:00.

Vielfalt statt Abhängigkeit

Die Mobiliar fokussiert dabei auf eine MultiSourcing-Strategie: Derzeit teilen sich fünf Serviceprovider den Auftragskuchen, deren zwei den Löwenanteil der ausgelagerten Aufgaben bestreiten. Rolf Mäder verfolgt die technischen Entwicklungen aufmerksam, um rasch auf veränderte Bedingungen reagieren zu können, etwa auf Trends, die den Eigenbetrieb verbilligen oder verteuern. «Wir hinterfragen unsere Strategie ständig», erklärt er. Gerade im Outsourcing-Markt verändere sich die Welt mitunter rasch: Was gestern noch mithalf, die Kosten zu senken, erweist sich morgen als Bremsschuh. Deshalb scheut die Mobiliar-IT auch vor einem Insourcing nicht zurück. Im Mittelpunkt steht eine ausgewogene Mischung aus Onsite und Onshore. Das erzeugt einen grösseren Wettbewerb unter den Providern, die zudem mit der rund 400-köpfigen IT-Abteilung der Mobiliar einen scharfen Konkurrenten haben. Wenige, Kontinuität gewährleistende grosse Provider, einige spezialisierte Kleine, das hauseigene Rechenzentrum und mittendrin das kleine Sourcing-Team unter der Leitung von Rolf Mäder, das die Provider und ihre Verträge überwacht. Daraus entsteht ein Mix, der sich stets nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis ausrichtet. Offshoring kommt für die Mobiliar aufgrund der gesetzlichen Vorgaben in der Finanz- und Versicherungsbranche kaum je zum Zug.

Das Sourcing-Team sorgt dabei für die interne Transparenz und dafür, «dass die Kosten wahr und fair auf dem Tisch liegen», wie sich Rolf Mäder ausdrückt. Den allgemein von Analysten als Richtgrösse definierten Benchmark für den Providermanagement-Aufwand von 4 Prozent des Sourcing-Volumens unterbietet sein Team deutlich. Und es strebt eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit den Providern an, indem etwa deren Innovationsbereitschaft mit einem Bonus honoriert wird, falls der Provider damit seine Preise senken und die Flexibilität der Mobiliar steigern kann. Ein korrekter, offener und fairer Umgang miteinander schaffe eine Win-Win-Situation, so Mäder.

Kommunikation als Basis

Wie gut die Zusammenarbeit mit dem Serviceprovider funktioniert, erwies sich anlässlich verschiedener Wartungs- und Upgrade-Arbeiten an der ausgelagerten Mainframe-Plattform, die intensive Absprachen erforderten. So wurden seit Anfang 2009 mehr als 20 Software-Produkte auf einen höheren Stand gebracht oder neue Versionen installiert. Unter anderem auch das für die Mobiliar zentrale Datenbanksystem DB2 V9 und das Betriebssystem z/OS 1.10. Selbst kurzfristige und unerwartete Anforderungen wie etwa zusätzlichen Diskspace für die Test- und Entwicklungsumgebung konnte der Provider innert kurzer Zeit umsetzen und einen reibungslosen Testverlauf sichern.

Outsourcing, sagt Rolf Mäder, funktioniere nur, wenn die Kommunikation stimme. «Sie ist die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen eines Sourcing-Projekts.»

 

Das Mainframe-Betriebskonzept der Mobiliar

In zwei Datacentern betreibt T-Systems für die Mobiliar auf zwei IBM-z9-Rechnern drei LPARs (Logical Partitions, virtuelle Systeme) in Form eines Dynamic Mainframe Services. Rolf Mäder nennt das dahinter stehende Konzept «FlexMIPS» (MIPS: Million instructions per second). Die Mobiliar kann die Rechen-kapazitäten auf Tages- oder Wochenbasis beziehen und damit auf Ressourcenanforderungen der aktuell laufenden Geschäftsprozesse reagieren. Zusätzlich haben die IT-Mitarbeitenden der Mobiliar die Möglichkeit, Leistungsverschiebungen zwischen den beiden für Test und Entwicklung genutzten LPARs zu beauftragen oder zusätzlich benötigte MIPS für Tage oder Wochen aufzuschalten. Hinzu kommen zwei IBM-Disksysteme und das virtuelle Tapesystem IBM Virtualization Engine TS7700 GRID. Darin werden sämtliche Daten bidirektional über die beiden Datacenter-Standorte hinweg gespiegelt, mit den beiden Mainframes über eine Glasfaserleitung verbunden. Weiter gehören Systemüberwachung, Administration und Automation zum Serviceportfolio von T-Systems für die Mobiliar.

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