Outsourcing: Welcher Weg ist der richtige?

Beim Outsourcing muss es nicht immer ganz oder gar nicht heissen. Die IT-Verantwortlichen der Mobiliar passen ihre Aus­lagerungsstrategie laufend neu an. Das Ziel ist ein optimaler Kosten-Nutzen-Effekt.

    

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» Von , 05.04.2010 06:00.

André Hubacher ist Customer Business Manager bei T-Systems Schweiz AG

Outsourcing: Das Schlagwort der Nullerjahre bekommt im neuen Jahrzehnt eine andere Bedeutung. Ein gesunder Realismus kehrt ein, eine nüchterner Blick auf die zuvor von vielen als Allheilmittel gepriesene Strategie. Outsourcing wird heute zielgerichtet als Instrument zur Steuerung der Kostenstruktur und zur Belebung der Geschäftsprozesse eingesetzt.

Ein Beispiel dafür ist «Die Mobiliar». Deren Mainframes befinden sich zwar noch immer im Einsatz - nur nicht mehr im eigenen Haus. Schon 2003 hatte der Versicherer mit T-Systems einen Hosting-Vertrag abgeschlossen. Doch dann veränderten sich die Anforderungen, wurde die Flexibilität beim Leistungsbezug sowie in der Technologie-Erneuerung immer wichtiger. Das Problem: Die schiere Grösse des Kundenstamms - rund 1,4 Millionen Versicherte - und die Komplexität des Versicherungsgeschäfts führen zu einer enormen Datenmenge, die zu bestimmten Zeiten zu verarbeiten ist, etwa bei Monats- und Jahresabschlüssen. Die Grossrechner sind daher nur zu Spitzenzeiten wirklich ausgelastet, verursachten aber auch bei halber Leistung volle Kosten.

Das wollte die Mobiliar ändern und überführte deshalb ihren Host-Outtasking-Vertrag mit T-Systems in ein Full Outsourcing - und teilt sich die Plattform im Rechenzentrum seither mit anderen.

Flexible Sourcing-Strategie

Beim Umstieg auf die «shared Services» galt es zunächst, die anfänglichen Ängste in Bezug auf die Sicherheit und din rechtlichen Rahmenbedingungen zu beseitigen. Wichtig war, dass die Mobiliar stets die Kontrolle über die Daten behielt. Der Schnitt erfolgte daher an der Obergrenze des Betriebssystems und seiner Subsysteme. «Die Daten liegen vollständig in unserer Hand», erklärt Rolf Mäder, der Gesamtverantwortliche für ICT-Sourcing bei der Mobiliar.

Auch die anfänglich befürchtete Abhängigkeit vom Outsourcing-Provider, Ängste vor einer mangelnden Flexibilität bezüglich Änderungen an der Plattform haben sich nicht bewahrheitet. Die Vorbereitungsarbeiten für die Umstellung - die letztlich an einem Wochenende bewältigt wurde - dauerten rund ein Jahr. «Die Crux war die Tape-Migration», erinnert sich Mäder, «denn wir mussten jahrzehntealte Datenbestände auf die neue Plattform bringen.»

Das Auslagern der Mainframe-Plattform in zwei Schritten ist ein Beispiel dafür, wie flexibel und rational die Verantwortlichen der Mobiliar in Sachen Outsourcing agieren. In einer Faustregel verdichtet: Outsourcing kommt in Frage, wenn sie eine Commodity ist und der Preis mindestens zehn Prozent unter den eigenen Gestehungskosten liegt - oder, wenn der Preis den Gestehungskosten entspricht, dafür aber anderweitig interne Ressourcen freigesetzt werden. «Unsere Motivation zum Auslagern ist ganz klar finanziell geprägt und in zweiter Linie auch strategisch», sagt Mäder.

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