Outsourcing 2.0: Neue Wege aus der Krise

Die abflauende Konjunktur lässt das Outsourcing-Geschäft aufblühen: Schnell wirksame Kosten­einsparungen sind derzeit gefragt. Doch die Zeiten klassischen Outsourcings sind vorbei

  

» Von René Burgener, 29.06.2009 16:27. Letztes Update, 29.06.2009 16:30.

René Burgener ist Head of Commercial Division bei Swisscom IT Services

Das Outsourcing-Geschäft verhält sich traditionell antizyklisch zur Wirtschaftslage. Outsourcing im Sinne eines rein kostenreduzierten «Run-the-Business» ist angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Flaute reizvoll. Zudem vergeben die Banken derzeit nur zögerlich Kredite. So nutzen einige Unternehmen die Chance, mittels Auslagern der IT schnell Cash in die Kassen zu spülen und anschliessend von den Skaleneffekten des Outsourcers zu profitieren.

Wer aber langfristig aus dem Outsourcing echten Nutzen ziehen will, muss umdenken. Die Zeiten, in denen die IT als monolithische Infrastruktur im Komplettpaket ausgelagert wurde, sind vorbei. Das lässt zwar kurzfristig Bares in der Kasse klingeln, aber das wertschöpfende und innovative Potenzial verpufft damit. Zudem begibt sich der eine oder andere durch allzu starre und lange Vertragsregelungen mit dem Outsourcing-Provider in den goldenen Käfig der Abhängigkeit. Unternehmen fordern deshalb zu Recht neue Sourcing-Angebote.

Next Generation Outsourcing

Statt des Betriebs ihrer dedizierten IT-Landschaft setzen sie auf End-to-End-Services, auf gemeinsam mit anderen Unternehmen genutzte Infrastrukturen mittels Virtualisierungstechnologien sowie auf Applikationsnutzung pro Teilnehmer im Abonnement über das Internet (SaaS oder Software-on-Demand), etwa für Office, Dokumentenablage, Archiv-, Backup-, Projekt-, oder CRM-Applikationen.

Nur Unternehmen, die auch in Krisenzeiten langfristige und geschäftsorientierte Sourcing-Strategien verfolgen, bleiben wettbewerbsfähig und erfolgreich. Der Königsweg des Outsourcing 2.0 liegt in End-to-End-Services. Unternehmen lagern nicht ganze Bereiche aus, sondern übergeben die Verantwortung durchgängiger Prozesse an die Dienstleister. Dabei gilt der Grundsatz: So individuell wie nötig, so standardisiert wie möglich. Denn nur standardisierte Services ermöglichen den Providern wettbewerbsfähige Preise und Skaleneffekte, die sie an die Unternehmen weitergeben können.

Provider als Innovationspartner

Das Outsourcing der nächsten Generation lässt den Service Provider damit zum Innovationspartner werden, denn das neue Modell integriert die Business-Sicht und entkoppelt die Prozesse von der IT. So übernehmen Provider die Service-Verantwortung über die gesamte IT-Landschaft hinweg und denken nicht nur in Bits und Bytes. Mit flexiblen Dienstleistungen unterstützen Outsourcing-2.0-Provider die
Geschäftsprozesse der Unternehmen auch langfristig und übernehmen im Idealfall auch Mitverantwortung für die unternehmerischen Ziele. Gerade durch eine höhere kritische Masse an Experten für die jeweiligen Fachthemen auf Seiten der Anbieter erhöht sich damit auch die Qualität des unternehmerischen Outputs.

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