Management: Selbst ist die Frau

Wer als Frau auf dem Weg ins Top-Management nicht auf halber Strecke auf der Karriereleiter stecken bleiben will, darf sein Licht nicht unter den Scheffel stellen und muss im Notfall auch ein paar urzeitliche Männerrituale mitmachen.

» Von Susann Klossek , 30.12.2012 06:00.

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Frauen werden in der Business-Welt noch immer benachteiligt. Doch dafür immer der Gesellschaft oder den Männern die Schuld zu geben, wäre zu einfach. Oft liegt es an den Frauen selbst, wenn sie auf der Karriereleiter irgendwo auf den mittleren Sprossen stecken bleiben. Denn Frauen verkaufen sich unter Wert, machen sich selbst gern klein und reden viel zu wenig darüber, was sie können und wohin sie wollen. Top-Management-Trainerin Sabine Asgodom bringt es auf den Punkt: «Manchmal sage ich scherzhaft, Frauen sind herrlich ehrlich, aber dämlich», formulierte die Karriereberaterin anlässlich eines Euroforum-Seminars. Sich durchsetzen hat mit innerer und äusserer Haltung zu tun. Wer sichtbar und hörbar sein, also wahr- und ernstgenommen werden will, muss seine Fähigkeiten, Leistungen und Ideen kommunizieren, um die wichtigen Leute auf sich aufmerksam zu machen. «Reden Sie über das, was Sie tun, wenn Sie nicht wollen, dass die Menschen Sie falsch einschätzen», sagt Asgodom.

Leistung zählt nur 10 Prozent

Eine Studie von IBM brachte zutage, welche Kriterien entscheidend sind, ob jemand befördert wird oder nicht. Besonders interessant ist dabei die Gewichtung der Qualitäten: Demnach spielt Leistung zu 10 Prozent eine Rolle, Selbstdarstellung macht 30 Prozent des Erfolgs aus und zu 60 Prozent sind Kontakte und Beziehungen dafür verantwortlich, ob jemand weiterkommt oder nicht. In den beiden letzten Punkten stellen sich Männer oft eindeutig geschickter an. Was sich früher Männerbünde oder Seilschaften nannte, ist heute die Grundlage des modernen Beziehungsmanagements, schreibt Asgodom in ihrem Buch «Eigenlob stimmt». Wer auf der Karriereleiter nach oben will, muss sich Verbündete suchen. Damit sind aber weder «Nickheinis», wie Asgodom es nennt, noch die beste Freundin gemeint, die einem das Blaue vom Himmel herunter lobhudeln. Vielmehr sollte man sich an vertrauensvolle Freunde und ehr­liche Berater halten, Kontakte mit «Türöffnern» knüpfen und sich im besten Fall einen Mentor suchen. «Es ist schwer, als Einzelkämpfer gegen eine Allianz anzutreten. Man muss sich nicht jeden zum Feind machen», rät Asgodom.

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