Eine strategische Entscheidung

Klar ist: Wer seine Speicherressourcen stärker auslastet, spart Kosten. Damit der Spartrick nicht auf Kosten der Performance geht, sind neue Technologien gefragt.

  

» Von Patric Scheurer, Sascha Meier, 27.04.2010 06:00.

Sascha Meier und Patric Scheurer sind Technology Consultants der EMC Computer Systems AG, Schweiz

Die IT-Organisationen in Firmen verschiedenster Grössen und Branchen kämpfen heute praktisch alle mit denselben Herausforderungen: Das Business erhöht die Anforderungen an Flexibilität und Dynamik, die Daten wachsen überdurchschnittlich zum Geschäft, und zu allem Überfluss wächst auch noch der Kostendruck. Dies erfordert zwangsläufig eine Steigerung der Effizienz. Was aber bedeutet das im Speicherkontext? Mit welchen Technologien mehr Storage-Effizienz zu erreichen ist, wie diese funktionieren, und was eine ganzheitliche Speicherstrategie von einzelnen Techniken unterscheidet, soll dieser Beitrag zeigen.

Thin Provisioning

Die wohl meistverbreitete Technologie zur Steigerung der Effizienz, respektive zur Senkung der Speicherkosten, ist das Thin Provisioning. Diese Technologie basiert auf Speicherpools, die unnötig vorgehaltene Kapazitäten eliminieren sollen. Vereinfacht gesagt sieht ein Server oder Client mehr Kapazität als effektiv im Pool belegt ist. Eine wichtige Komponente dieser Technologie ist die sogenannte «Zero Space Reclamation». Damit kann das Speichersystem erkennen, welche Bereiche des reservierten Speichers nicht mit effektiven Daten belegt sind. Die erkannten «Zero Spaces» werden in den Speicherpool zurückgegeben und stehen dort allen Servern zur Verfügung. Dadurch lässt sich eine deutlich höhere Auslastung der vorhandenen Ressourcen erreichen. Gleichzeitig wird der Managementaufwand reduziert, da die Server bei Bedarf automatisch Kapazitäten aus dem Pool beziehen und manuelle Provisionierungsschritte entfallen.

Speicher-Tiering

Das Information LifeCycle Management (ILM) ist schon fast so alt wie die IT selbst. Ziel von ILM ist es, Informationen entsprechend ihres Business-Values zu den geringstmöglichen Kosten abzulegen. Dabei sollen aber bestimmte Anforderungen in Bezug auf Performance und Verfügbarkeit zu jedem Zeitpunkt erfüllt sein.Eine wichtige Grundlage für ILM ist das Speicher-Tiering. Die Idee dahinter: Es werden unterschiedlich teure (und performante) Speicherklassen für unterschiedliche Datenklassen (archivierte, aktive, unternehmenskritische Daten etc.) bereitgestellt. Moderne Speichersysteme schaffen dafür die Basis, indem sie hoch performante Enterprise Flash Drives, Fiber Channel oder SAS-Drives mit einem guten Kosten/Performance/Kapazitäts-Verhältnis sowie kostengünstige aber wenig performante SATA- II-Drives parallel einsetzen.

Um das Speicher-Tiering effektiv umzusetzen, muss sich ein Unternehmen drei Fragen stellen: Welche Applikation wird auf welchem Speicher-Tier abgelegt? Kann man Daten zwischen den Speicher-Tiers verschieben? Und wie lassen sich wechselnde Performance-Anforderungen steuern?

Die erste Frage beantwortet eine gezielte Analyse der bestehenden Umgebung. Eine Antwort auf die zweite Frage geben moderne Speichersysteme, die eine vollkommen transparente Verschiebung der Daten zwischen den verschiedenen Tiers erlauben. Drittens lässt sich die Performance automatisch überwachen, sodass bei drohenden Engpässen die Daten manuell auf höhere Tiers verschoben werden können. Um die Kosten weiter zu senken, müsste es aber auch möglich sein, herauszufinden, welche Daten gegebenen-falls auf einen tieferen Tier verschoben werden können. Genau dies war bisher nicht oder nur mit einem sehr hohen administrativen Aufwand möglich.

Deduplizierung

Die Deduplizierung ist aktuell eines der heissesten Themen in der IT. Ziel ist es, durch den Einsatz von Deduplizierungs- und Kompressions-Technologien den physikalisch benötigten Speicherplatz zu reduzieren. Dadurch kann die gleiche logische Datenmenge auf weniger physikalischen Ressourcen gespeichert werden. Konkret heisst das, die Anzahl der benötigten Disk Drives ist bei gleichbleibender logischer Kapazität deutlich geringer. Weniger physikalische Ressourcen führen letztendlich zu einer Senkung der Beschaffungs- und Betriebskosten.

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der IDG Communications AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.