Die Denkfehler intelligenter Menschen
Kluge Köpfe nehmen Beschränktheit anderer genau wahr. Eigene Irrtümer erkennen sie nicht. Eine Uni-Studie belegt, dass sie häufiger irren als andere Menschen.
Intelligenz schützt nicht vor Denkfehlern» Von , 21.08.2012 08:50.
Kluge Menschen kommen sich manchmal dumm vor. Man mag zurückdenken an den weisen Philosophen Sokrates und sein Diktum: «Ich weiss, dass ich nichts weiss.» Letztlich läuft diese Erkenntnis ja darauf hinaus, im Vergleich zu anderen immerhin über die eigenen geistigen Defizite Bescheid zu wissen und aus der resultierenden Demut heraus doch so richtig wie möglich zu denken. In Wirklichkeit funktioniert selbst das nicht so ohne weiteres, wie eine aktuelle Studie der Psychologen Richard F. West und Russell J. Meserve von der James Madison University sowie Keith E. Stanovich von der University of Toronto zeigt.
Das Ergebnis der Untersuchung ist in deutschen Medien schon knackig auf den Punkt gebracht worden: Kluge Menschen irren sich häufiger als andere. Und das, weil sie ihrer eigenen Selbstüberschätzung erliegen. Das ist so in etwa richtig, aber doch arg zugespitzt. Unter die Lupe genommen haben die Forscher nämlich eine spezifische Art des Irrens: Denkfehler nämlich, die aus Voreingenommenheit resultieren, also beispielsweise Vorurteilen oder vorschneller Lösungsfindung.
Der schwer adäquat ins Deutsche zu übersetzende englische Begriff dafür ist «bias». Ein damit verbundenes klassisches persönlichkeits- und sozialpsychologisches Problem ist der «bias blind spot». Ein blinder Fleck also, der daraus resultiert, dass die aus Voreingenommenheit resultierenden Irrtümer bei anderen wahrgenommen werden, während man sich selbst davor für gefeit hält.
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