Das Tagebuch eines IT-Projekts

Ganz ungewohnt gewähren zwei IT-Projektleiter intime Einblicke in ihre Arbeit. Nicht nur der Erfolg findet hier Erwähnung, sondern auch Zweifel, Pannen und Versäumnisse. Teil 3: Der Test

  

» Von Martin Wittwer, Michael Schmidle, 20.02.2009 09:27. Letztes Update, 20.02.2009 09:33.

Das Projekt geht in die heisse Phase: Der Test findet in der realen Umgebung statt. Noch ist nicht jedem klar, wer was in wessen Auftrag zu tun hat.

Auftraggeber:

Martin Wittwer, Head of End User Services, Ernst & Young

Wir geben in so einem umfassenden Projekt viel an Verantwortung aus der Hand, aber das ist nicht neu: Unsere Reparaturen wurden schon früher über einen Dienstleister erledigt, den FSC übrigens auf unseren Wunsch hin in dieses Projekt übernimmt. Neu ist für uns, für alle Printout-Dienstleistungen nur noch einen Ansprechpartner zu haben. Und die Drucker sind nicht mehr unser Eigentum, sondern gehören Fujitsu Siemens Computers. Wir konnten ihnen - nach zähen Verhandlungen - das Sammelsurium an Druckern überlassen. Die Preisfindung über eine so heterogene Druckerlandschaft ist eine Aufgabe für sich, aber wir haben sie gemeinsam gelöst.

Jetzt müssen wir langsam auch an den Kleinkram denken, der geregelt werden muss: Wer ist für den Papierstau zuständig, wer für den Toner, wer legt Papier nach - der Alltag eben. Manch einer bei uns im Hause fragt sich, ob er in der Vergangenheit schlechte Arbeit geleistet hat, weshalb sonst würde man einen externen Dienstleister benötigen? Und wieso er sich dann hier einspannen lassen soll.

Die Menschen sind die eine Seite, der standortspezifische Wildwuchs die andere - fast 60 unterschiedliche Papiere und Farben sind so zusammengekommen. Um hier allen Beteiligten die gleiche Richtung zu weisen, bedarf es einer starken internen Kommunikation auf allen Ebenen. Das Projekt hat die volle Unterstützung der Geschäftsleitung, und die braucht es auch. Aber bei einzelnen Schritten fällt es schwer, von liebgewonnenen Gewohnheiten Abschied zu nehmen. Es wartet sich halt leichter am Kaffeeautomaten als am Drucker.

Wir haben viel getestet in den letzten Monaten und sind jetzt gespannt, wie es im Echtbetrieb sein wird. Viele Menschen werden sich an neue Abläufe gewöhnen müssen, auch im Servicebereich. Als der erste Techniker vor der Tür steht und zwar weiss, wohin er muss, aber nicht, in welchem Auftrag er kommt, muss ich schmunzeln: Neue Prozesse brauchen immer etwas Gewöhnung. Aber wir wissen, dass es am Ende irgendwie klappen wird.

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