Business Intelligence: Mehr wissen als die Konkurrenz

Wer BI nur für Reporting- und Controlling-Aufgaben nutzt, vergibt einen Wettbe-

werbsvorteil. Erst als strategisches Frühwarnsystem in den Fachabteilungen entfalten BI-Tools ihre volle Wirkung, vorausgesetzt, sie sind schnell, flexibel - und bedienbar.

    

» Von Ulrich Beckmann, 08.03.2010 06:00.

Ulrich Beckmann ist Geschäftsführer der QlikTech GmbH

Laut den Marktforschern von Gartner ist Business Intelligence (BI) definitiv einer der Top-10-IT-Trends 2010. Gerade die Finanzkrise hat vielen Unternehmen gezeigt, wie hilfreich es ist, Geschäftsdaten schnell aufbereiten und in den richtigen Zusammenhang stellen zu können. Die Art und Weise, wie Organisationen BI nutzen, verändert sich zusehends - und das beeinflusst auch die Anforderungen an die einzusetzende Software. Für viele gilt BI noch heute in erster Linie als Finanzcontrolling-Instrument, entsprechend komplex und unflexibel sind die Systeme, die sich zudem oft nur mithilfe von IT-Experten bedienen lassen.

Künftig werden aber immer mehr Anwender aus den operativen Bereichen wie Marketing und Vertrieb auf sie zugeschnittene AnalyseTools einsetzen, mit denen sie eigene Auswertungen anfertigen können, prognostizieren die Analysten der Experton Goup. Unter den wichtigsten fünf BI-Trends des Markforschungsunternehmens findet sich folgerichtig auf Platz zwei «BI goes Web 2.0», worunter auch die anwendergenerierten Analysen fallen.

In eine ähnliche Richtung weist die Umfrage des Marktforschers Lünendonk. Die Befragung von 29 BI-Herstellern zeigt deutlich, dass die IT-Abteilung als Zielgruppe ihrer Vertriebsbemühungen an Relevanz verliert und dafür die unterschiedlichen Fachbereiche in den Fokus rücken. Bei den zehn grössten Herstellern ist diese Tendenz besonders ausgeprägt.

Oft zu starr und anwenderfeindlich

Das sind deutliche Erkenntnisse, könnte man meinen. Doch in der Realität führt diese Veränderung im Nutzungsverhalten von BI-Software in vielen Fällen zu Problemen: Diverse BI-Lösungen auf dem Markt taugen für die neue Aufgabenstellung schlicht und einfach nicht. Der Einsatz von Business Intelligence an der Front bedeutet eine massive Zunahme an Anwendern, an Abfragen und vor allem an unterschiedlichen Fragestellungen. Vielen Tools mangelt es an Performance, flexiblen Auswertungsmöglichkeiten, der Benutzerfreundlichkeit oder allem zusammen.

Eine entsprechende Umfrage des Beratungsunternehmens Actinium Consulting unter rund 250 BI-Anwenderfirmen zeigt, wo der Schuh heute drückt: 72 Prozent der Befragten verlangen nach einer Verbesserung der Integrationsfähigkeit der Produkte, 64 Prozent nach besserer Benutzerfreundlichkeit und 60 Prozent möchten kürzere Implementierungszeiten.

Demzufolge werden sich auch Best-of-Breed-Lösungen, die schnelle, messbare Ergebnisse liefern und genau diesen Anforderungen der Kunden Rechnung tragen, durchsetzen. Der «Suite-Gedanke» einiger traditioneller BI-Anbieter hat aufgrund der mangelnden Flexibilität, der langwierigen Projekte und der viel zu hohen Kosten oftmals keine Akzeptanz bei den Kunden gefunden. Und es ist nach wie vor vielfach nicht möglich, die unterschiedlichen Anforderungen der Anwender innerhalb einer komplexen Plattform abzubilden.

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