Adrien Gonckel, das IT-Urgestein, im Porträt

Adrien Gonckel arbeitet seit 1975 als IT-Leiter in der Chemie- und Pharmaindustrie und feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum bei Givaudan. Trotzdem bereiten dem gutgelaunten Franzosen neue Trends immer wieder schlaflose Nächte. Ein Porträt.

Adrien Gonckel arbeitet seit 40 Jahren in der IT - und blickt nach wie vor weit in die Zukunft.Adrien Gonckel arbeitet seit 40 Jahren in der IT - und blickt nach wie vor weit in die Zukunft.

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» Von Reto Vogt , 23.07.2012 10:28.

Er ist ein IT-Veteran, hat in den vergangenen vier Jahrzehnten mehrere verantwortungsvolle Positionen in verschiedenen Ländern verantwortet und viele IT-Trends kommen und gehen sehen. Man könnte meinen, er geniesse die letzten Jahre vor dem wohlverdienten Ruhestand und bereite langsam seinen Rückzug aus der Firma vor. Weit gefehlt: Adrien Gonckel wirkt frisch, voller Enthusiasmus und Tatendrang. Bei seinem heutigen Arbeitgeber, dem weltgrössten Aroma- und Duftstoffhersteller Givaudan, steht Mitte Jahr der Abschluss eines 180 Millionen Franken teuren SAP-Projekts bevor. Danach werden Themen wie Cloud und Bring Your Own Device aktuell – gros­se, zukunftsgerichtete Projekte allesamt.

Weshalb sich der gebürtige Franzose in den Siebzigern überhaupt für die Informatik entschied, weiss er heute nicht mehr. «Ich sagte mir ganz einfach, warum eigentlich nicht?», erzählt der heute 60-Jährige, dem dabei der Schalk aus den Augen blitzt. Nie habe er seine Wahl bereut. Im Gegenteil. Heute sei die IT wesentlich spannender als früher. Durch den Wandel vom reinen Leistungserbringer zum Business-Unterstützer erhalten IT-Leiter in aller Welt
wesentlich mehr Macht und Einfluss aufs Unternehmen. Gonckel geniesst das. Diese lange Zeit in der gleichen Firma hat er nur ausgehalten, weil sich sein Job in exakt diese Richtung veränderte. Sonst wäre es ihm rasch langweilig geworden. Wie am Anfang seiner Karriere.

Harte Schule bei Roche

Direkt nach dem Studium in Belfort und Lyon begann Adrien Gonckel bei Hoffmann-La Roche in Basel als einer von Zehntausend Mitarbeitern. «Bald hatte ich das Gefühl, lediglich eine kleine Nummer zu sein und konnte mir deshalb nicht vorstellen, dort noch lange zu bleiben.» Das sagte er dann auch seinem Chef. Dieser zeigte sich dem Nachwuchstalent gegenüber aufgeschlossen und gab dem damals 23-Jährigen die Chance, bei Roche in Belgien anzufangen. Viel Zeit zum Überlegen blieb nicht – der Entscheid musste innerhalb eines Wochenendes gefällt werden. Gonckel fuhr nach Belgien, sah sich die Firma an, sprach mit den Leuten und fuhr wieder zurück nach Basel. Aber nicht, weil es ihm dort nicht gefallen hätte: «Ich musste den Umzug vorbereiten und habe eine Woche später als IT-Leiter in Brüssel angefangen.» Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Als einer von jetzt rund 150 Mitarbeitern konnte er das Unternehmen mitprägen und Verantwortung tragen. Aber Adrien Gonckel sagt auch, dass das die härteste Zeit seiner Karriere war. Roche warf ihn ins kalte Wasser. «Ich habe wenig geschlafen, viel gearbeitet und viel gelernt.» Zum Beispiel Bier zu trinken. Denn was der Manager aus dieser Zeit mitnahm, ist die Erkenntnis, wie wichtig Networking ist. Er musste die Mitarbeiter kennenlernen. Und zwar sehr, sehr schnell. «Ich verbrachte deshalb viel Zeit bei gemeinsamen Mittagessen und Nachtschichten in Brüsseler Bars», verrät der gutgelaunte Franzose lächelnd.

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