VMware: Schneller, besser, proaktiver

VMware, der Marktführer für Virtualisierungslösungen, präsentiert in San Francisco seine aktuelle Produktpalette: Neue Management-Tools sollen helfen, den zukünftigen Ressourcenbedarf exakter zu kalkulieren.

Martin Niemer, VMware: 30 Prozent Effizienzsteigerung mit vSphere 4.0.
    

» Von Michael Kurzidim, 31.08.2009 12:01.

Virtualisierungslösungen nutzen die Rechenpower des physikalisch vorhandenen Serverpark besser aus, konsolidieren die Hardware und senken dadurch die Kosten. Mit vSphere 4.0 habe Marktführer VMware die Effizienz seiner Lösungen um 30 Prozent gesteigert - bei identischer Hardware-Ausstattung, sagte Martin Niemer, Senior Product Manager bei VMware, im Interview mit Computerworld. Dass heisst, Admins können mit der Version 4.0 etwa 30 Prozent mehr virtuelle Maschinen anlegen als mit dem alten vSphere 3.5. Ganz so frisch ist die Lösung allerdings nicht mehr, denn VMware stellte die Version 4.0 bereits im April diese Jahres der Öffentlichkeit vor (Computerworld berichtete).

VMware hat den Sourcecode von vSphere 4.0 optimiert und auf Intels Mehrkern-Prozessorarchitektur Nehalem zugeschnitten. So wurde etwa das Time Shifting, das die begrenzte Ressource CPU den virtuellen Maschinen zuteilt, und das Memory-Management verbessert. Beim Durchsatz von Input-Output-Operationen erzielte VMware sogar eine Performancesteigerung um den Faktor zwei, so Niemer.

Trendwende: Strategische Virtualisierung

Kunden sehen Virrtualisierungslösungen heute mit anderen Augen. Vor zwölf bis 18 Monaten ging es in erster Linie darum, die Kosten zu reduzieren. Virtualisierung wurde aus taktischen Gründen dort eingesetzt, wo der Schuh am stärksten drückte. Heute hat sich der Blickwinkel geändert und das Hauptmotiv heisst Flexibilisierung. "Natürlich wollen Unternehmen auch weiterhin ihre Kosten reduzieren, aber sie wollen auch das volle strategische Potenzial der Virtualisierung nutzen", betont Niemer.

Ein Beispiel: Bei einem normalen Microsoft Exchange ist bei etwa 5000 bis 6000 Usern (Mailboxen) Schluss. Durch mehrere, virtuelle Exchange-Instanzen lässt sich die Kapazität eines Exchange-Servers aber auf bis zu 16.000 bis 18.000 Anwender steigern. Software werde durch Virtualisierung linear skalierbar und dadurch flexibilisiert, erklärt Niemer.

Härter am Bedarf kalkulieren

Exaktere Prognosen über den zukünftigen Ressourcenbedarf sollen mit der neuen vCenter-Komponente CapacityIQ möglich sein, die Ende 2009 auf den Markt kommt. CapacityIQ simuliert den Einfluss von Kapazitätsveränderungen durch Was-wäre-wenn-Analysen, prognostiziert Defizite und fordert proaktiv zusätzliche Kapazitäten an. Unternehmen können dadurch ihren zukünftigen Hardwarebedarf genauer am Bedarf kalkulieren. CapacityIQ sei ein intelligentes, lernendes Werkzeug, das etwa vier bis sechs Wochen Lernzeit benötige, um sein volles Potenzial zu entfalten, unterstreicht VMware-Mann Niemer.

ConfigControl, die zweite neue vCenter-Komponente, protokolliert Veränderungen des Konfigurationsstatus, wie sie etwa nach dem Einspielen von Patches auftreten können. Die Software stellt dadurch sicher, dass Compliance-Richtlinien eingehalten werden. ConfigControl kommt jedoch erst Anfang 2010 auf den Markt.

Schon im Juli dieses Jahres stellte VMware die Komponenten vCenter Chargeback, ein Kostenmodul für die interne Rechnungserstellung, und vCenter AppSpeed vor. AppSpeed misst und vergleicht zum Beispiel die Performance von virtuellen und physikalischen Infrastrukturen. Unternehmen können damit unter anderem den Effizienzgewinn beim Einsatz von virtuellen Exchange-Instanzen berechnen. AppSpeed erleichtert dadurch den strategischen Einsatz von Virtualisierungstechnologien.

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