Sprechende Apps bringen Business auf Trab
Facebook hat fast eine halbe Milliarde User. "Warum gibt es nichts Vergleichbares fürs Business?", fragte Salesforce-CEO Marc Benioff, und präsentierte einen "echten Durchbruch".
Salesforce-CEO Marc Benioff auf der Dreamforce in San Francisco.» Von , 19.11.2009 07:25.
Facebook weiss alles, weil fast eine halbe Milliarde User weltweit mitmachen. Die Länge der Bierschlange auf der abendlichen Event-Party, Präsident Obamas Rezepte zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise, nichts bleibt im sozialen Mitmach-Netz lange verborgen. "Warum weiss ich eigentlich über Fremde in Facebook mehr als über meine eigenen Angestellten in der Firma", fragte sich Marc Benioff, Chef des US-amerikanischen CRM-Anbieters Salesforce. "Warum gibt es nicht auch ein Facebook für Unternehmen?"
Business-Chatting als Erfolgsturbo
Mit der Antwort hielt Benioff nicht lange hinter dem Berg. "Salesforce Chatter" soll das soziale Netzwerk für Unternehmen werden. Der Software-as-a-Service-Anbieter Salesforce unterstützt damit 65.700 kleine, mittlere und grosse Unternehmen, die weltweit mit seiner Customer-Relationship-Lösung arbeiten. Auch die Allianz Commercial zählt zum engeren Kreis der Salesforce-Kundschaft und spart dadurch Kosten für Software, Updates und Wartung.
Der neue Chatter-Service enthält klassische Features, die man an sozialen Netzwerken schätzt, darunter Diskussionsforen, Content Sharing (Spreadsheets, Präsentationen, Dokumente), Info-Feeds oder User-Statusmeldungen. Zusätzlich können aber auch alle Business-Applikationen Warnmeldungen verschicken, falls etwa kritische Kundensituationen drohen oder Grenzwerte überschritten werden.
Bundle für 50 Dollar pro User-Monat
Laut Benioff lassen sich alle mit der Salesforce-eigenen Entwicklungsplattform force.com programmierten Business-Applikationen mit Chatter-Features versehen. Irgendwann im Kalenderjahr 2010 soll die Lösung für 50 US-Dollar pro Monat und User auf den SaaS-Markt kommen (inklusive force.com und einer Lizenz für die neue Service-Knowledgebase).
Vorreiter Salesforces
Ganz hilfreich, aber ist das schon ein "echter Durchbruch"? Schliesslich holt Salesforce lediglich nach, was soziale Netzwerke seit Jahren vorbeten. Auch das neue Salesforce für Twitter (ab sofort erhältlich), das Vertrieb, Marketing und Kundschaft enger zusammenbringen soll, springt auf einen fahrenden Zug auf. Vergleicht man Salesforce jedoch mit konkurrierenden CRM-Anbietern, dann ist CEO Benioff in der Paraderolle des Vorreiters.
Umsatzwachstum lahmt
Aber das muss er auch sein, denn sein kometenhafter Aufstieg in den Umsatzwachstumshimmel verlangsamt sich. 2006 (Geschäftsjahr 2005) betrug das Umsatzwachstum sagenhafte 76 Prozent, dann folgten 60 Prozent in 2007 und 44 Prozent in 2008. 2009 werden die Wachstumsprozente aller Voraussicht nach auf 16 zusammengeschmolzen sein - der Countdown läuft
.







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