Software-Trends 2010: Cloud gegen Desktop
Applikationen wandern in die Cloud. Hat Desktop-Software überhaupt noch eine Zukunft? Computerworld sprach auf der CeBIT mit Christian Mehrtens, Direktor GB Information Worker bei Microsoft, über die Software-Trends 2010.
Microsoft-Direktor Christian Mehrtens stellte sich den Fragen von CW.» Von , 05.03.2010 10:33.
Stirbt Desktop-Software aus? Fujitsu etwa stellte auf der CeBIT seinen superschlanken Zero-Client vor, der ohne Anwendungen und Betriebssystem funktioniert; Software wandert in Cloud. Trend oder Eintagsfliege? Computerworld sprach mit Christian Mehrtens, Direktor des Geschäftsbereichs Information Worker, über die Zukunft von Desktop-Office im Zeitalters des Cloud Computing, was Microsoft von der Konkurrenz hält und welche Erwartungen Redmond an Office 2010 und Sharepoint 2010 knüpft:
CW: Welche Zukunft haben lokale, auf dem Desktop installierte Office-Pakete in Zeiten von Office Web Apps?
Mehrtens: Wir verfolgen ein Modell, das beide Welten, also online und offline, zusammenbringt. Web Applications sind deutlich funktionsreduzierte Varianten von Word, Excel, Powerpoint und OneNote. Für einfache Editieraufgaben reichen die Web Apps völlig aus, aber an den vollen Reichtum der Desktop-Anwendungen reichen sie nicht heran.
Warum rüstet Microsoft die Office Web Apps nicht einfach nach?
Teils aus Performance-Gründen, teils ist auch nicht alles in einer reinen Online-Umgebung darstellbar. Wir sehen die Web Apps eher als Ergänzung zu Desktop-Applikationen. Sie können unterwegs schnell mal ein Dokument anschauen oder in Excel ein paar Zahlen editieren. Aber einige Funktionalitäten wie etwa die Excel-Sparklines lassen sich online zwar in hoher Qualität anschauen, aber nicht einfügen.
Microsoft setzt sich mit seinen Konzept ,,Software plus Service" bewusst von den restlichen ,,Software as a Service"-Anbietern ab. Steckt mehr dahinter als ein Marketing-Spruch?
Betrachten Sie unser Angebot. Wir wollen unseren Kunden möglichst grosse Freiheit in der Bereitstellung von IT anbieten. Kunden können selbst entscheiden, welche Dienste on-premise laufen sollen und was sie aus der Cloud beziehen wollen. Auch ein zeitlich begrenzter Mehrbedarf, wie er zum Beispiel durch Projekte entsteht, lässt sich durch Online-Dienste sehr gut und kostengünstig bedienen.
Sind On-premise-Produkte, auf lange Sicht, ein Auslaufmodell?
Beide Beschaffungsmodelle wird es auch weiterhin geben, nicht alles wandert in die Cloud. Aber Cloud Computing wird sich mehr und mehr durchsetzen, weil sich viele Dienste kosteneffizienter aus der Cloud beziehen lassen.
Salesforce ist mit seinem CRM aus der Cloud seit zehn Jahren sehr erfolgreich und kommt bisher ganz gut ohne On-premise-Lösung aus.
Wer mit Microsoft komplett in die Cloud gehen will, kann das auch tun. Andere Anbieter offerieren aber keine Wahlfreiheit, also ein Hybridmodell aus On-premise und Cloud, an. Microsoft setzt sich durch Wahlfreiheit vom Wettbewerb ab.
Welche Erwartungen knüpfen sie an die Markteinführung von Office 2010 und Sharepoint 2010 in Juni dieses Jahres?
Sharepoint ist um Fast-Search-Technologie ergänzt worden und Groove wurde komplett als Sharepoint Workspace integriert. Ausserdem haben wir die Integration aller Produkte deutlich verbessert: Workflows in Unternehmen lassen sich besser abbilden, die Funktionen des Office Communications Server sind besser in Office 2010 und Sharepoint 2010 integriert. Anwender arbeiten in allen Produkten mit den gleichen Benutzeroberflächen, das GUI von Groove sieht genauso aus wie das von Sharepoint. Dadurch kann man sehr leicht und intuitiv arbeiten, ganz gleich über welches Endgerät man auf die Applikationen zugreift.
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